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Riesen-Razzia bei BMW: Darum geht es genau

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Von: Marc Kniepkamp

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Die BMW-Konzernzentrale, der Vierzylinder am Olympiapark.
Die BMW-Konzernzentrale, der Vierzylinder am Olympiapark. © Achim Schmnidt

Jetzt hat der Diesel-Skandal auch BMW erreicht! Riesen-Razzia ausgerechnet am Vortag der Bilanzpressekonferenz! Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Abgasbetrugs.

Update vom 10. April 2019: Die Polizei rückte in den frühen Morgenstunden an! Bei einer großangelegten Anti-Terror-Razzia wurde auch die Wohnung des ehemaligen Bundesliga-Spielers Änis Ben-Hatira durchsucht.

München - Deshalb haben am Dienstag etwa 100 Beamten des Polizeipräsdiums München und der österreichischen Polizei BMWs Konzernzentrale, das Forschungs- und Innovationszentrum FIZ sowie das österreichischen Motorenwerk in Steyr durchsucht. „Es besteht der Anfangsverdacht, dass die BMW AG eine prüfstandsbezogene Abschalteinrichtung verwendet“, sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding.

Der Konzern soll bei bestimmten Versionen der Diesel-Modelle 750xd und M550xd eine unzulässige Software eingebaut haben. Ein Konzernsprecher spricht gegenüber der tz von einem „peinlichen Versehen“…

Insgesamt sind etwa 11.400 Fahrzeuge betroffen. BMW räumt ein, bei diesen Fahrzeugen eine Software zur Abgasreinigung aufgespielt zu haben, die eigentlich für die SUV-Modelle X5 und X6 entwickelt worden war. Mit diesem Programm funktioniere die Abgasreinigung bei den beiden 5er- und 7er-Moderllen dann aber nicht mehr korrekt.

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Die Staatsanwaltschaft München I hatte deshalb bereits am 27. Februar ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet – „wegen des Verdachtes des Betruges in circa 11.400 Fällen“. Bereits am 22. Februar hatte die Behörde vom Kraftfahrbundesamt (KBA) eine brisante Mitteilung erhalten. Im Rahmen der Prüfung der Abgaswerte seien BMW-Vertreter beim KBA vorstellig gworden und „hätten eingeräumt, in zwei Fahrzeugmodellen, den Modelltypen 750xd und M550xd, seien unzulässige Abschalteinrichtungen verbaut worden“. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

„BMW nimmt den Fall sehr ernst“

Der Autobauer will mit den Behörden zusammenarbeiten. „BMW nimmt den Fall sehr ernst und hat ein großes Interesse an der umfassenden Aufklärung des Sachverhalts. Sie unterstützt die Behörden vollumfänglich bei ihrer Arbeit“, heißt es von BMW. Unabhängig davon habe das Unternehmen aber bereits interne Untersuchungen eingeleitet. „Wir gehen unverändert von einer fehlerhaften Software-Zuordnung und nicht von einer gezielten Manipulation der Abgasreinigung aus“, so ein Konzernsprecher. BMW will die betroffenen Modelle nach Genehmigung durch das KBA zurückrufen und mit der korrekten Software ausgestatten. Der Konzern weist darauf hin, dass die Modelle zunächst mit der richtigen Software ausgestattet worden seien und die fehlerhafte Software erst deutlich nach Produktionsstart verwendet worden sei.

Die Staatsanwaltschaft hat zunächst alle Hände voll damit zu tun, die heute beschlagnahmten Beweismittel zu sichten. „Die Ermittlungen werden wie immer ergebnisoffen geführt und stehen erst ganz am Anfang“, sagt Oberstaatsanwältin Anne Leiding.

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