Batterie-Ladekosten

Bundesregierung will E-Mobilität fördern - doch in einer zentralen Kategorie ist Deutschland Schlusslicht

  • Jonas Raab
    vonJonas Raab
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E-Mobililtät nimmt dank milliarden-schwerer staatlicher Förderprogramme auch hierzulande Fahrt auf. Doch ausgerechnet bei den wichtigen Ladekosten hinkt Deutschland weit hinterher.

Dublin - Der Weg zu den Pariser Klimazielen soll gerne im Tesla zurückgelegt werden: Der US-amerikanische Autobauer wird, wie die E-Mobilität an sich, gern mit Klima- und Umweltschutz gleichgesetzt. Das Thema interessiert Käufer von Stromern allerdings bemerkenswert wenig. Laut einer europaweiten Umfrage des Ladekarten-Anbieters newmotion liegt das vor allem am Geld: 61 Prozent der Befragten gaben an, aufgrund der Kosten auf ein Elektroauto umgestiegen zu sein. Lediglich zehn Prozent nannten Umweltschutz als Motivation.

Der Preis ist also Dreh- und Angelpunkt der Elektromobilität. Er wird mitentscheiden, ob und wie gut die Transformation der deutschen Automobilbranche gelingt. Neben Anschaffungskosten, Prämien und Steuervorteilen spielt für Umsteiger auf Tesla oder die E-Autos von BMW oder Audi aktuell vor allem der Strompreis eine zentrale Rolle. Eine Auswertung des irischen Portals switcher.ie zeichnet allerdings ein düsteres Bild für Deutschland: Nirgendwo in Europa ist das Laden von Elektroautos demnach so teuer wie hierzulande.

Elektro-Mobilität: Strom für Tesla und Co. nirgendwo in Europa so teuer wie in Deutschland

Das Vergleichsportal switcher.ie listet die verschiedensten Preisvergleiche - von Internet-Anbietern über Finanzen bis hin zu Energie. Der aktuelle Vergleich europäischer E-Ladepreise dürfte sich nur auf das Laden zuhause beziehen, nicht an kommerziellen Stationen. Explizit erwähnt wird das jedoch nicht.

Laut der Erhebung kostet die Kilowattstunde mit 30 Cent in Deutschland so viel wie in keinem anderen der 38 Länder. Dänemark und Belgien liegen mit jeweils 28 Cent für heimischen Strom allerdings nicht viel weiter vorne. In Irland zahlt man 24 Cent pro Kilowattstunde, in Spanien und Italien kostet der Strom 22 Cent - das sind mehr als 25 Prozent weniger als in Deutschland.

Elektromobilität im internationalen Vergleich: Niederländer zahlen die Hälfte

In den Niederlanden ist die Kilowattstunde laut switcher.ie für durchschnittlich 14 Cent zu haben. Teslamag.com hat aus diesem Wert den konkreten E-Auto-Vergleich zwischen Deutschland und seinem Nachbarland angestellt: Die Kosten für 100 Kilometer Elektroauto-Strom belaufen sich in Deutschland demnach auf 6,27 Euro. Niederländer, die ihre E-Autos zuhause laden, zahlen nicht einmal die Hälfte; für 100 Kilometer können sie einen Preis knapp unter 3 Euro veranschlagen.

Der absolute Spitzenreiter in der switcher-Erhebung ist allerdings die Ukraine. Dort bezahlt man laut dem Vergleichsportal umgerechnet gerade einmal 5 Cent pro Kilowattstunde. Laut teslamag.com zahle man dort also für 100 Kilometer für weniger als 1 Euro - und für 2,91 Euro bekomme man einen Norm-Akku voll.

Rubriklistenbild: © imago images / Martin Bäuml Fotodesign

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