BMW: Tiefe Delle beim Gewinn

- München - BMW hat sich im zweiten Quartal eine überraschend große Delle beim Gewinn eingefahren. Obwohl der Konzern mehr Autos verkaufte, ließen hohe Stahlpreise, der Dollarkurs und Rabattschlachten das Ergebnis vor Steuern um 15,5 % auf 916 Millionen Euro einbrechen.

Konzernchef Helmut Panke bekräftigte zwar das Ziel, den Vorjahresgewinn "in etwa wieder zu erreichen". Aber die Börse reagierte skeptisch, die Aktie verlor bis zum Mittag fast vier Prozent und war damit Schlusslicht im Dax.

Auch im Juli sei der Absatz um über neun Prozent gestiegen, sagte Panke und betonte einen günstigeren Modellmix im zweiten Halbjahr. Nach einem Modellwechsel "ist unser Brot-und-Butter-Auto, die 3er-Limousine, jetzt wieder voll am Markt verfügbar", erklärte der Konzernchef. Von April bis Juni hatte BMW 354 324 Autos und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahresquartal verkauft. Der Zuwachs wurde vor allem von der 1er-Reihe und dem Mini-Cabrio getragen.

Der Quartalsumsatz stieg um 2,1 % auf 12,2 Milliarden Euro, aber der Vorsteuergewinn brach ein. Dank "erheblicher Steuererstattungen" in Deutschland sowie Steuersenkungen in anderen Ländern sank der Konzernüberschuss wenig auf 663 Millionen Euro.

Der immer noch hohe Dollarkurs und die extrem gestiegenen Stahl- und Ölpreise belasteten BMW aufs Jahr gerechnet mit 0,7 bis 1,1 Milliarden Euro, sagte Panke. Mit Währungsabsicherungen oder Verwendung anderer Materialien könne der Konzern aber einen großen Teil der Kosten auffangen. Der Wettbewerbsdruck sei weiterhin enorm hoch, auch wenn die Rabattschlacht in den USA etwas zurückgegangen sei. Im zweiten Halbjahr werde BMW die "anhaltenden externen Belastungen" aber durch einen höheren Absatz bei teureren Autos besser ausgleichen können.

Der Start des neuen 3er-Kombis und der M5- und M6-Boliden sowie steigende Nachfrage nach dem überarbeiteten 7er würden im Gesamtjahr zu einem Rekordabsatz führen. "Wir bleiben auf Kurs und bestätigen unser Ziel, das hohe Ergebnisniveau des Vorjahres in etwa wieder zu erreichen", sagte Panke. 2004 hatte BMW 3,55 Milliarden Euro Gewinn vor Steuern gemacht. Im ersten Halbjahr 2005 sank der Umsatz leicht auf 22,5 Milliarden Euro, das Vorsteuerergebnis fiel um 11 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro und der Konzernüberschuss sank um ein Prozent auf 1,182 Milliarden Euro. "Enttäuschend", sagte Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Schwächer als erwartet, meinte auch Georg Stürzer von der HVB und erklärte das vor allem mit den BMW-Kalkulationen beim Dollarkurs.

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