+
Die Chefs der Autobauer Daimler, Dieter Zetsche (l), BMW, Harald Krueger, und Volkswagen, Matthias Müller (r) bei einem gemeinsamen Termin im November 2016. Foto: Andreas Gebert

Illegale Absprachen?

BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW

München (dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur Aufklärung beizutragen.

"Wir waren irritiert", sagte BMW-Einkaufsvorstand Markus Duesmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Im Rückblick ist es ein komisches Gefühl, dass wir mit den Wettbewerbern über Zusammenarbeit redeten, während deren Juristen die Zusammenkünfte schon angezeigt hatten bei den Wettbewerbsbehörden."

Daimler wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Ein Sprecher sagte auf Anfrage: "Wir kommentieren das nicht."

Bei der EU-Kommission läuft derzeit eine Voruntersuchung zu den Vorwürfen. Mitarbeiter der Brüsseler Behörde haben bereits Durchsuchungen bei BMW durchgeführt. Die Bayern sowie Daimler und VW samt den Töchtern Audi und Porsche sollen sich jahrelang in geheimen Zirkeln über ihre Autos, Kosten und Zulieferer ausgetauscht haben. Solche Absprachen unter Autobauern sind durchaus üblich - zum Beispiel, um Standards für die Ladung von Elektroautos abzusprechen. Die Frage ist aber, ob in diesem Fall eine Grenze überschritten wurde.

BMW will bestehende Verträge zur Zusammenarbeit mit den Wettbewerbern erfüllen, sieht aber zunächst von neuen Kooperationen ab.

Daimler hatte am Freitag den Kronzeugenantrag öffentlich gemacht. Die Schwaben sollen damit Volkswagen zuvorgekommen sein; demnach haben die Niedersachsen ebenfalls einen Antrag eingereicht. Der Kronzeuge in Kartellverfahren darf in der Regel auf den größten Nachlass bei Strafzahlungen bis hin zur kompletten Verschonung hoffen. Noch immer ist allerdings unklar, was an den Vorwürfen überhaupt dran ist.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Comcast setzt sich in der Bieterschlacht um Sky durch
Tauziehen um Sky: Wem gehört künftig der attraktive Bezahlsender? Die Frage ist nach langem Gerangel geklärt.
Comcast setzt sich in der Bieterschlacht um Sky durch
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
Ein Facebook-User ist wirklich angewidert: Aldi-Mitarbeiter scheuchten eine Obdachlose vom Gelände und werden ausfallend. Jetzt erklärt sich das Unternehmen. 
Kunde nennt Verhalten von Aldi „ekelhaft“ - Discounter wehrt sich mit deutlichen Worten
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China erreicht an diesem Montag eine neue Eskalationsstufe. Dann greifen weitere Strafzölle. Reißt jetzt auch der Gesprächsfaden …
US-Handelskammer sieht Chance auf Lösung im Handelsstreit
Deutsche Windenergie-Branche fühlt sich ausgebremst
Die Hersteller und Bauer von Windenergie-Anlagen kommen in Hamburg zu ihrem größten Branchentreffen zusammen. Weltweit erlebt die Windenergie einen starken Aufwärtstrend …
Deutsche Windenergie-Branche fühlt sich ausgebremst

Kommentare