BMW: Verwirrung um den Brandbrief

München - Der Brandbrief des BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Manfred Schoch, der laut Automobilwoche vor weiteren Umsatzeinbußen und Händler-Pleiten gewarnt habe, hat für Verwirrung gesorgt.

Während man im Unternehmen davon ausging, dass Schoch mit der Zeitschrift gesprochen habe, erklärte dessen Büro, die entsprechenden Äußerungen stammen aus dem Bericht über eine Betriebsversammlung im Intranet des Konzerns und seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Schoch selbst ist seit Mitte August bis Ende der laufenden Woche in Urlaub.

Ein Konzernsprecher widersprach der Einschätzung Schochs über den angeblich schleppenden Verkauf von Neuwagen. Die tatsächlichen Absatzzahlen liegen, so der Sprecher, um 4,4 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert. In Deutschland seien sie sogar noch besser.

Auch Schochs Befürchtung, "dass rund zehn Prozent der Händler in die Insolvenz gehen würden", trat BMW entgegen. Laut bisherigen Zahlen seien weniger Händler insolvent als im Vorjahr. Hier sei BMW gegenüber den Vertragspartnern der Konkurrenten sogar im Vorteil. Die Umsatzrendite liege im Branchenschnitt bei 0,1 Prozent, die der durchschnittlichen BMW-Händler bei vergleichsweise guten 0,8 Prozent.

In einem Punkt allerdings widersprach BMW den Warnungen seines obersten Arbeitnehmervertreters nicht: Die spritschluckenden großen Motoren, mit acht bis zwölf Zylindern, wie sie in München gebaut werden, sind in der Energiekrise Ladenhüter geworden. Doch davon wird sich BMW auch aus einem ganz anderen Grund verabschieden müssen. Zwar hat kein anderer Hersteller 2007 den CO2-Wert seiner Flotte so stark reduziert wie BMW - um 7,2 Prozent. Zum Erreichen der EU-Ziele fehlen aber noch 19 Prozent - was nur mit kleineren Motoren zu schaffen ist. 

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