BMW: Viel Spaß mit Rekordgewinn

- München - Helmut Panke ist einer der glücklichsten Arbeitnehmer Deutschlands. Der Vorstandsvorsitzende von BMW ist seit 24 Jahren für den Münchner Autobauer tätig und beteuert: "Mir macht jeder Tag bei BMW Spaß." Für dieses Hochgefühl verlangt er seinen Mitarbeitern viel ab. Heuer will Panke den höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte sehen.

Panke hat das Ziel so klar formuliert, wie es nur wenige deutsche Manager wagen. 4 Milliarden Euro soll der Gewinn vor Steuern heuer betragen. Die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2004 liegt bei knapp 3,6 Milliarden Euro. Gegenüber dem vergangenen Jahr (3,3 Milliarden Euro) wäre die angepeilte Summe ein Ergebnis-Sprung von 700 Millionen Euro. Allerdings werden diese 700 Millionen schon allein durch einen Sondereffekt erzielt. BMW hat seine Beteiligung am Triebwerkshersteller Rolls-Royce reduziert und kassiert dafür heuer 350 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Beteiligung das Ergebnis noch in dieser Höhe belastet. Klammert man den Negativ-Effekt im vergangenen Jahr und den positiven heuer aus, würde sich das Ergebnis gegenüber dem Niveau von 2005 also nicht ändern.

Was Nettogewinn und Umsatz angeht, will man sich bei BMW nicht festlegen. Diese Größen seien kaum zu prognostizieren. Denn Wechselkursschwankungen schlagen sich beim stark exportorientierten bayerischen Autobauer deutlich nieder. Und die derzeit hohen Preise für Rohstoffe wie Edelmetalle, Stahl und Kunststoffe können ebenfalls zur Belastung werden. Beides kostete den Konzern im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro. Heuer werde der Effekt milder ausfallen, stellte Finanzvorstand Stefan Krause in Aussicht.

Ebenso fest wie das Vorsteuerergebnis hat BMW seine Verkäufe eingeplant. "Wir wollen unsere Position als führender Premiumhersteller der Welt festigen und ausbauen", kündigte Panke an. Im Januar und Februar waren die Absatzzahlen um 14 Prozent in die Höhe geschnellt. Dieser rasante Anstieg werde sich nicht über das gesamte Jahr durchhalten lassen. Aber ein Rekordabsatz soll es werden. 2005 verkaufte BMW erstmals mehr als 1,3 Millionen Autos, bis 2008 soll die 1,4-Millionen-Marke geknackt werden. Bei seinem rasanten Wachstum steht sich der Konzern mitunter selbst im Weg. Die Nachfrage für den Kleinwagen Mini ist so groß, dass die Produktion in Oxford nicht mehr nachkommt. Deshalb wird das Werk erweitert. Doch dafür musste die Fertigung, die sonst rund um die Uhr läuft, für vier Wochen ruhen.

Werden Pankes Vorgaben erfüllt, könnte der Vorstandsvorsitzende eine BMW-interne Altersgrenze sprengen. Üblicherweise werden die Verträge von Vorständen nach deren 60. Geburtstag nicht verlängert. Panke wird im August 60 Jahre alt, sein Vertrag läuft im nächsten Jahr aus. Aus dem Unternehmen verlautet, dass es dennoch zu einer Vertragsverlängerung kommen könnte. Und Panke signalisierte Interesse: "Ich bin gerne Kapitän", erklärte er. Weder Mitarbeiter, die für das vergangene Jahr eine Erfolgsbeteiligung von fast 156 Prozent eines Monatsgehalts kassieren, noch Aktionäre dürften unzufrieden sein. Durch Aktienrückkauf und Dividende profitierten die Anteilseigner mit 1,2 Milliarden Euro vom Gewinn. Gestern stieg die BMW-Aktie zeitweise über fünf Prozent auf gut 44 Euro.

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