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BMW-Einkaufsvorstand Duesmann geht.

Medienbericht

BMW-Vorstand Duesmann soll neuer Audi-Chef werden

Der Autobauer Audi bekommt offenbar einen neuen Vorstandschef. Wie das "Handelsblatt" berichtete, soll der bisherige Einkaufsvorstand des Konkurrenten BMW, Markus Duesmann, den Posten übernehmen.

Wolfsburg - Die Zeitung beruft sich auf Konzernkreise. Der Aufsichtsrat des Audi-Mutterkonzerns Volkswagen bestätigte am Dienstag, dass Duesmann neues Vorstandsmitglied im Gesamtkonzern werden soll, "sobald er hierfür zur Verfügung steht". Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits unterzeichnet worden.

Ein BMW-Sprecher sagte, dass Duesmann "aus persönlichen Gründen" aus dem Vorstand ausscheide. Er habe allerdings noch einen Vertrag bis Herbst 2019 mit einer Klausel, die ihm verbietet, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne für die Konkurrenz zu arbeiten. Wie lange diese Phase ist, wollte der Sprecher nicht sagen.

Er konnte auch nicht sagen, ob sich der BMW-Aufsichtsrat bereits in Verhandlungen mit Duesmann zwecks einer Vertragsauflösung befindet. Derzeit ruhe der Vertrag. Das bedeutet, dass Duesmann nicht mehr in München arbeitet, aber weiter eine Vergütung bekommt. Laut "Handelsblatt" könnte Duesmann frühestens in einem halben Jahr bei Audi anfangen, aber eher später.

Ein Sprecher des Volkswagen-Aufsichtsrats sagte: "Es gibt noch keine Entscheidung über die Ressortverteilung." Aus Konzernkreisen hieß es, es gebe mehrere Optionen für Duesmann. "Audi-CEO ist eine Option." Als Audi-Chef säße Duesmann auch im Vorstand des Gesamtkonzerns.

Der 49-Jährige Duesmann war seit Oktober 2016 im Vorstand von BMW. Er kam 2007 von Daimler, wo er an der Entwicklung von Dieselmotoren arbeitete. Bei BMW arbeitete der Ingenieur zunächst für das Formel-1-Team. Er wäre nach VW-Chef Herbert Diess der zweite Topmanager, der von den Münchnern nach Wolfsburg wechselt.

Der Posten des Audi-Chefs steht zur Disposition, weil der bisherige Inhaber Rupert Stadler seit Juni wegen seiner Verwicklungen im Dieselskandal in Untersuchungshaft sitzt. Er soll versucht haben, Zeugen oder Beschuldigte zu beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug und "mittelbare Falschbeurkundung" beim Verkauf von hunderttausenden Dieselautos auf dem europäischen Markt vor.

Stadler hat Haftbeschwerde eingelegt, doch ob und wann er aus dem Gefängnis kommt, ist unklar. In der Zwischenzeit führt Vertriebsvorstand Bram Schot kommissarisch die Geschicke bei Audi.

afp

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