Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, spricht bei einem Besuch von Bundesminister Altmaier in einem Forschungszentrums des Automobilherstellers BMW.
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Oliver Zipse, der heutige BMW-Chef, verbrachte seine gesamte Karriere beim Automobilhersteller.

Ein Leben für BMW

BMW-Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse: Das ist der Chef der BMW Group

BMW-Chef Oliver Zipse: Stationen, Aufstieg und Erfolge des Mannes, der seine Karriere komplett in den Dienst des Münchner Autobauers gestellt hat.

  • Oliver Zipse ist seit 2019 BMW-Vorstandsvorsitzender und hat sein gesamtes Berufsleben lang bei dem Münchner Autobauer gearbeitet.
  • Nachdem der BMW-Chef seine Schulzeit in Bensheim verbracht hatte, studierte er u.a. an der TH Darmstadt Maschinenbau und stieg dann direkt als Trainee bei BMW ein.
  • Nach Stationen im Werk in Oxford und verschiedenen Führungspositionen beerbte er schließlich Harald Krüger als Chef der Produktion und stieg in den Vorstand auf, den er bis heute als Vorsitzender anführt

München - Der BMW-Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse kam am 7. Februar 1964 in Heidelberg zur Welt. Er verbrachte seine Schulzeit in Bensheim und schloss die Schule 1983 am Alten Kurfürstlichen Gymnasium mit dem Abitur ab. Direkt im Anschluss zog es ihn in die USA, wo er von 1983 bis 1985 an der University of Utah in Salt Lake City Mathematik und Informatik belegte. Zurück in Deutschland studierte er an der Technischen Hochschule in DarmstadtAllgemeiner Maschinenbau“ und schloss sein Studium 1991 als Diplom-Ingenieur ab. Sein Weg führte ihn sofort zum bayerischen Automobilhersteller BMW, wo er als Trainee im Bereich Entwicklung, Technische Planung und Produktion einstieg. Bereits 1992 war er als Projektingenieur in der Technologieentwicklung tätig, wo er zwei Jahre blieb. Anschließend bekleidete Oliver Zipse von 1994 bis 2006 diverse Führungsfunktionen in Entwicklung, Produktion und Planung, bei denen der heutige BMW-Chef nicht nur im Stammwerk in München arbeitete, sondern auch in Südafrika.

Oliver Zipse stieg bei BMW rasch auf und ist heute Vorstandsvorsitzender

In dieser Zeitspanne absolvierte Oliver Zipse zwischen 1997 und 1999 auch seinen Executive MBA beim Kellogg WHU Executive MBA -Programm im US-amerikanischen Evanston, das von der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar bei Koblenz und der Kellog School of Management angeboten wurde.

Die Jahre 2007 und 2008 verbrachte der jetzige BMW-Chef und Vorstandsvorsitzende schließlich in Großbritannien, wo er das zu BMW gehörende Mini-Werk in Oxford leitete. 2009 folgte der nächste Karriereschritt zum Leiter im Bereich Technische Planung, bevor Zipse ab 2012 zum Leiter der Konzernplanung und Produktstrategie ernannt wurde. Am 13. Mai 2015 rückte der Manager in den Vorstand der BMW AG auf und beerbte den damaligen Produktionsvorstand Harald Krüger. Als Produktions-Chef war er zu diesem Zeitpunkt für die 31 BMW-Werke weltweit verantwortlich. Seit dem 16. August 2019 ist Oliver Zipse der Vorsitzende des Vorstands der BMW AG.

Die Karriere von Oliver Zipse im Überblick

  • 1991: Trainee im Bereich Entwicklung, Technische Planung und Produktion bei der BMW AG
  • 1992-1994: Projektingenieur in der Technologieentwicklung
  • 1994-2006: Oliver Zipse bekleidet verschiedene Führungsfunktionen in der Entwicklung
  • 2007-2008: Werksleiter im Mini-Werk Oxford
  • 2009-2012: Leiter der Technischen Planung
  • 2012-2015: Leiter der Konzernplanung und Produktionsstrategie
  • 2015: Berufung in den Vorstand der BMW AG
  • 2019: Oliver Zipse übernimmt das Amt des Vorstandsvorsitzenden der BMW AG

Oliver Zipse: So tickt BMW-Chef privat

Oliver Zipse ist mit der Japanerin Kaori Zipse verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne. Da die Bayerische Staatsoper das Ehepaar zu ihren Förderern zählt, sind Oliver und Kaori Zipse wohl regelmäßig im Nationaltheater am Max-Joseph-Platz in München zu Gast. In den Medien wird der BMW-Vorstandsvorsitzende oft als „Manager der alten Schule“ beschrieben: Er schätzt deutliche Hierarchien, eine Kleiderordnung mit Anzug und Krawatte und das Präsenzmodell, das in anderen Unternehmen vor allem auch durch die Coronavirus-Pandemie an Bedeutung eingebüßt hat.

Laut „Manager Magazin“ bestand der BMW-Chef schon im März 2020 darauf, dass Vorstandsmitglieder sowie Bereichsleiter sich zu Besprechungen in der Konzernzentrale zusammenfanden. Der Kapitän wie die Offiziere gehörten gerade in Krisenzeiten auf die Brücke, soll er gesagt und die Zahl der Vorstandsitzungen gleich verdoppelt haben. Wie andere erfolgreiche Menschen wie Apple-Chef Tim Cook, Facebook-Chef Mark Zuckerberg oder die ehemalige First Lady Michelle Obama ist Zipse ein Freund des Frühaufstehens. Laut „Manager Magazin“ klingelt der Wecker des BMW-Chefs jeden Morgen um fünf Uhr, woraufhin dieser mit Gymnastik, Lesen und Nachdenken in den Tag startet.

Oliver Zipse: Die größten Hürden und Erfolge des BMW-Chefs

Als Oliver Zipse 2019 zum BMW-Vorstandsvorsitzenden aufstieg, forderte er in einem Rundbrief von den Mitarbeitern, die Chancen des Umbruchs in der Autoindustrie zu nutzen, um ”als Gewinner“ der Branche daraus hervorzugehen. Zu diesem Zeitpunkt litt die Autoindustrie unter den Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China und befand sich in der Krise. Zudem hatte der Rivale Mercedes BMW zwischenzeitlich bei Absatz und Rendite überholt und BMW hatte zum Jahresbeginn 2019 zum ersten Mal seit Jahren rote Zahlen geschrieben.

Unter anderem lag das daran, dass die i-Serie als Einstieg in die immer wichtiger werdende Elektromobilität kostspielig war. Die Strategie des BMW-Chefs: Mit Kooperationen und einer Mischung aus Verbrenner-, Hybrid- und Elektroautos wieder eine Vorreiterrolle einzunehmen. Oliver Zipse sorgte außerdem dafür, dass die Produktion so umgestellt wurde, dass die Werke alle Antriebsarten bauen können. Als Erfolg wird auch das von ihm eingeführte System von Leit-und Partnerwerken bezeichnet. Seitdem haben verschiedene Standorte die Oberaufsicht für bestimmte Fahrzeugsegment. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie und der Brexit bleiben Problemfelder. Großbritannien ist der viertgrößte Markt für BMW, in dem neben dem Mini auch der Rolls-Royce gefertigt wird.

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