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BMW-Produktion in Bayern: Nach einem erneuten Rekordjahr dürfen die Mitarbeiter erneut auf eine hohe Erfolgsbeteiligung hoffen.

Autoindustrie

Warum für BMW und VW die Luft dünner wird

München/Berlin - Volkswagen und BMW erfreuten am Donnerstag ihre Aktionäre mit höheren Dividendenvorschlägen. Doch die Kennzahlen der Autobauer zeigen erste Bremsspuren.

Bergsteiger kennen das: Mit jedem Meter, den man an Höhe gewinnt, wird die Luft dünner und der weitere Aufstieg schwieriger. Das bekommen jetzt auch die deutschen Autobauer zu spüren. Sie erreichten zwar beim Absatz allesamt Rekordwerte. Doch die fetten Jahre, in denen auch die Finanzdaten Jahr für Jahr nach oben wiesen, sind wohl vorbei. Nachdem Audi, wie berichtet, bei einem erneuten Rekordumsatz rückläufige Ergebniszahlen hinnehmen musste, meldete BMW am Donnerstag einen gesunkenen Umsatz.

Auch das operative Ergebnis des Münchner Konzerns ging zurück. Allerdings ist beim Vorsteuerergebnis, in dem auch die Gewinne der Gemeinschaftsunternehmen (dazu gehören alle chinesischen Werke) berücksichtigt sind, doch wieder ein kleines Plus zu finden: 7,913 Milliarden Euro sind 1,4 Prozent mehr als 2012.

Das Ergebnis nach Steuern steigt sogar um 4,3 Prozent auf 5,3 Millionen Euro oder 8,10 Euro pro Aktie. 2,60 Euro davon werden als Dividende an die Anteilseigner ausgeschüttet (Vorzüge 2,62 Euro).

Steigender Gewinn und steigende Dividende dürften auch den BMW-Mitarbeitern Hoffnung auf eine hohe Erfolgsbeteiligung machen (im vergangenen Jahr bekam ein Facharbeiter rund 7630 Euro). Ob sie steigen wird, lässt sich wegen der komplizierten Berechnungsformel schwer vorhersagen. Bei Audi dagegen ist es aus dem Sack: Dort wird ein Zehntel des operativen Ergebnisses ausgeschüttet. Da das Ergebnis sank und die Zahl der Mitarbeiter, auf die das Geld verteilt wird, aber stieg, fällt die Prämie von 8030 auf 6900 Euro.

Gewinnbeteiligung der VW-Mitarbeiter sinkt

Auch VW-Mitarbeiter bekommen in diesem Jahr weniger. Ihre Gewinnbeteiligung sinkt, wie der Gesamtbetriebsrat mitteilte, um 1000 auf 6200 Euro. Dagegen bekommen die Aktionäre des Wolfsburger Konzerns deutlich höhere Ausschüttungen. Vier Euro pro Stammaktie (Vorzüge 4,06 Euro) wird es geben, kündigte Konzernchef Martin Winterkorn am Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen für 2013 an. Dies, obwohl der Gewinn nach Steuern, massiv einbrach: von 21,9 auf 9,1 Milliarden Euro. Volkswagen macht dafür einen positiven Sondereffekt durch die Integration von Porsche im Jahr 2012 verantwortlich. Doch auch 2011 fiel der Gewinn mit 15,8 Milliarden Euro deutlich höher aus als im ausgelaufenen Jahr.

Die Luft wird spürbar dünner für die Autobauer, die in den letzten Jahren ihre Stellung auf den globalen Märkten immer weiter ausbauen konnten. Größe ist eben nicht zwangsläufig auch Erfolg. Mit dieser Erkenntnis nimmt auch der Ehrgeiz, in immer neue Größendimensionen vorzustoßen, ab. Zwar fasst Winterkorn das Ziel ins Auge, bereits im laufenden Jahr über alle Konzernmarken hinweg die Zahl von zehn Millionen Fahrzeugen zu übertreffen – was eigentlich erst in vier Jahren erreicht werden sollte. „Die Chancen stehen gut“, sagt er. Doch wirklich ambitioniert ist das Ziel nicht. Denn nach 9,7 Millionen ausgelieferten Autos 2013 (2012: 9,3 Millionen) muss VW sein Wachstumstempo dazu nicht steigern.

Auch davon, Toyota als Weltmarktführer abzulösen, war gestern bei Volkswagen nicht die Rede. Winterkorn schlug ganz andere Töne an. Er sagte, dass der Konzern seinen Fokus stärker auf qualitatives Wachstum richten werde. Er will vor allem das Ergebnis steigern. Von den Baukastensystemen, die Volkswagen in den letzten Jahren eingeführt hat, erwartete er positive Effekte. Er will auch den Aufwand für Forschung und Entwicklung (2012 über zehn Milliarden Euro) weiter erhöhen.

Vor allem aber setzt Winterkorn auf das Personal. VW bildet derzeit über 20.000 Menschen aus, 90.000 nehmen weltweit an Bildungsprogrammen der „Volkswagen Group Academy“ teil. Winterkorn spricht von VW als der größten Automobil-Universität der Welt. Das Know-how und das Wissen der 600.000 VW-Mitarbeiter sei „unser wertvollster Schatz“, sagt er. „Und diesen Schatz wollen wir bewahren, ausbauen und vor allem an die nächste Generation weitergeben.“

Martin Prem

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