Flaggen mit dem Logo des Münchner Autobauers BMW wehen vor der Olympiahalle. Im Hintergrund ist die BMW-Zentrale zu sehen.
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Die BMW-Zentrale in München

Vertreten auf der ganzen Welt 

BMW-Werke: Das sind die wichtigsten Produktionsstandorte weltweit

Die BMW AG verfügt über ein Produktionsnetzwerk, das vom Stammwerk in München über Oxford in Großbritannien bis ins chinesische Shenyang reicht.

  • Das Stammwerk von BMW in München ist mit seinen knapp 8000 Arbeitern zwar imposant, aber nur einer von vielen Produktionsstandorten.
  • Das Produktionsnetz des Fahrzeugherstellers erstreckt sich über BMW-Werke in Dingolfing, Regensburg, Landshut, Leipzig, Steir, Oxford, Shenyang und Spartanburg.
  • Neben den Produktionsstandorten unterhält die BMW Group auch Montagewerke, in denen nach dem CKD-Modell gearbeitet wird und beschäftigt Auftragsfertiger.

München – BMW-Werke befinden sich auf der ganzen Welt, doch das Stammwerk liegt natürlich im Herzen Münchens. Direkt am Olympiapark ragt der 101 Meter hohe BMW-Zylinder in den Himmel, der das Verwaltungsgebäude des bayerischen Automobilherstellers und sein Wahrzeichen in der bayerischen Hauptstadt ist. Besucher können gleich daneben das BMW Museum und die BMW Welt besuchen, wobei sich nördlich des Vierzylinders seit 1960 das Stammwerk München von BMW befindet.

Im Münchner BMW-Werk sind knapp 8000 Arbeiter aus mehr als 50 Nationen damit beschäftigt, Tag für Tag um die 950 Fahrzeuge der 3er- und 4er-Reihe von BMW zu fertigen sowie über 3000 Motoren vom R6-Turbomotor für den BMW M3/M4 über den V8-Turbomotor für den BMW M5 und den V12-Motor für den BMW 760Li sowie die Rolls-Royce-Modelle Phantom und Ghost. Geschichtlich wurden dort zuerst Flugmotoren gebaut, dann folgten Motorräder und zuletzt Automobile. Heute ist das Stammwerk eines der modernsten in ganz Europa.

BMW-Werk in Dingolfing ist der größte Produktionsstandort in Europa

Insgesamt umfasst das Produktionsnetzwerk von BMW 31 Standorte weltweit, wobei das BMW-Werk Dingolfing der größte Produktionsstandort innerhalb Europas ist. Der Output eines einzigen Arbeitstages umfasst 1500 Automobile, darunter die Baureihen BMW 3er, 4er, 5er, 6er, 7er und 8er. Allein 2019 wurden hier von 18.000 Mitarbeitern 285.000 Autos auf einer Gesamtfläche von 280 Hektar gefertigt.

Die BMW AG hatte 1967 die Hans Glas GmbH übernommen, drei Jahre später wurde der Grundstein gelegt, wieder drei Jahre später wurde dort der erste BMW der 5er-Reihe produziert. 47 Jahre später sind über elf Millionen Fahrzeuge aus Dingolfing in die Welt verkauft worden. Auf dem Areal steht ein Verbund an BMW-Werken, darunter das Kompetenzzentrum für die E-Antriebsproduktion oder dasjenige, indem die Rohkarosserien für die Modelle der BMW-Tochter Rolls-Royce gefertigt werden. Das Dynamikzentrum dagegen beherbergt die Aftersales-Logistik und ist für die Belieferung der globalen BMW und Mini Handelsorganisation mit Zubehör und Teilen verantwortlich. In Dingolfing befindet sich auch der größte Ausbildungsbetrieb des Weltkonzerns, innerhalb dessen die Ausbildung in 15 Lehrberufen angeboten wird.

In den BMW-Werken in Spartanburg und Regensburg laufen täglich 1400 Autos vom Band

Im US-amerikanischen BMW-Werk Spartanburg wurde im Juni 2020 ein Jubiläum gefeiert. Zu diesem Zeitpunkt war der fünfmillionste BMW vom Band gelaufen, wobei die Erfolgsgeschichte des Standorts am 11. Juli 1994 mit dem BMW 318i E36 begonnen hatte. Nach dem 3er folgten der Z3, Z4 und schließlich alle großen X-Baureihen. Inzwischen werden zahlreiche Fahrzeuge auch in anderen Werken gebaut, aber Spartanburg ist noch immer das Herz der X-Produktion. Offiziell heißt die Tochtergesellschaft der BMW AG mit rund 10.000 Arbeitern BMW US Manufacturing Company, LLC. Jeden Tag laufen dort rund 1400 Fahrzeuge vom Band.

Auf eine ganz ähnliche Zahl kommt das BMW-Werk Regensburg, in dem rund 9.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Auf 140 Hektar Fläche finden sich neben dem Hauptwerk auch das TUK 6.11, wobei das Kürzel für Hecken und Klappen steht, sowie das Werk Wackersdorf, das auch mehrere Zulieferer umfasst. In Dingolfing produziert die BMW AG bereits seit 1986, seit 1990 ist dort auch die Karosseriefertigung untergebracht.

BMW-Werke von Landshut nach Leipzig, Steyr und Oxford

In Landshut in Niederbayern sind mehr als 4.000 Mitarbeiter damit beschäftigt, Motor- und Fahrwerkskomponenten herzustellen, die an die anderen BMW-Werke rund um die Welt geschickt werden. Dazu gehören beispielsweise Gelenkwellen und Austauschmotoren sowie Kunststoffteile für die Innenausstattung.

Seit Mai 2005 ist BMW außerdem mit einem Werk in Leipzig vertreten. Jeden Tag werden dort mehr als 1000 Automobile gefertigt, von denen knapp ein Fünftel einen Elektroantrieb hat. Auffallend an dem Produktionsstandort in Leipzig ist vor allem das Zentralgebäude, das von der Londoner Star-Architektin Zaha Hadid (65, † 2016) entworfen wurde. 2005 wurde es sowohl mit dem Deutschen Architekturpreis wie auch mit dem Architekturpreis der Stadt Leipzig bedacht. Das größte Motorenwerk und Dieselkompetenzzentrum findet sich dagegen im österreichischen Steyr. Weltweit hat jeder zweite BMW einen Motor unter der Haube, der dort gefertigt wurde. Südöstlich vom britischen Oxford besitzt BMW schließlich das Plant Oxford. Dort werden die so kompakten wie wendigen und beliebten Minis produziert. Die BMW Group hatte die Marke 1994 übernommen, deren Fahrzeuge heute in 3. Generation gebaut werden.

BMW-Werk in China: ”Completely Knocked Down“ (CKD) und Auftragsfertiger

Im chinesischen Shenyang im Nordosten der Volksrepublik liegt die BMW Brilliance Automotive Ltd, bei dem es sich um ein Joint Venture zwischen BMW und dem Automobilhersteller Brilliance China Auto handelt. Die Hauptaufgabe dieses BMW-Werks ist es, die Produktion, Distribution und den Verkauf von BMW-Fahrzeugen in Festlandchina sicherzustellen.

Neben den insgesamt 31 Standorten spielt im Geschäftsmodell der BMW Group aber auch der Begriff Completely Knocked Down (CKD, übersetzt so viel wie ”komplett zerlegt“) eine Rolle. Das bedeutet nichts anderes, als dass keine kompletten Fahrzeuge verkauft werden, sondern lediglich die einzelnen Baugruppen und Komponenten. Diese werden in bestimmte Märkte importiert und dort selbst zusammengebaut und vertrieben.

Montagewerke, in denen die stückchenweise gelieferten Automobile zusammengesetzt werden, besitzt die BMW Group in Indonesien, Malaysia, Brasilien, Indien, Thailand, Russland und Ägypten. Zudem unterhält BMW geschäftliche Beziehungen zu Auftragsfertigern wie VDL Nedcar in den Niederlanden. Dort lässt BMW zum Teil u. a. das kleine SUV X1 sowie den Dreitürer, das Cabrio und den Countryman der Tochtergesellschaft Mini produzieren.

Alle BMW-Werke in der Übersicht

  • BMW München Werk 1.x (das Stammwerk in München)
  • BMW Dingolfing Werk 2.x (ehemals Glas)
  • BMW Berlin Werk 3.x (Motorräder, Bremsscheiben)
  • BMW Landshut Werk 4.x (Landshut, Gießerei und Komponentenfertigung auch aus Carbon[1])
  • BMW Regensburg Werk 6.x (Regensburg)
  • BMW Wackersdorf Werk 6.2 (Wackersdorf, CKD-Versand)
  • BMW Leipzig Werk 7.1 (Produktionsstart 2005)
  • BMW US Manufacturing Company in Greer in Spartanburg County (USA; X-Serien außer X1)
  • BMW South Africa in Rosslyn (Südafrika)
  • Oxford (Großbritannien, Mini)
  • BMW-Werk Hams Hall (Großbritannien, Motoren)
  • San Luis Potosí (Mexiko, Produktion 3er ab 2019)
  • BMW-Werk Steyr (Österreich, Motoren)
  • Swindon (UK, Pressteile und Komponenten)
  • Goodwood (Bezirk Chichester), Großbritannien (Rolls-Royce)
  • Eisenach (Werkzeugbau)
  • Shenyang, China (BMW Brilliance, Joint Venture)
  • Shenyang – Tiexi
  • Shenyang – Dadong
  • Shenyang – Motorenwerk (NEP – „New Engine Plant“)

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