BMW-Aktie stürzt nach Rekord

- München - Börsianer sind gierige Menschen. Da blickt BMW ganz nebenbei auf das erfolgreichste Quartal aller Zeiten zurück - und die Aktie rauscht um vier Prozent in den Keller. Warum, weiß keiner. Aber irgendwie haben die schnellen Zocker mehr erwartet. Eine Anhebung der Gewinnprognose zum Beispiel.

<P>Dabei neigt der Münchner Konzern traditionell zum Tiefstapeln. Besser gar nichts sagen, als zu hohe Erwartungen wecken. So verweigerte Vorstandschef Helmut Panke konkrete Zahlen über die Erwartungen, sprach von einem "Zeichen der Stärke". Schwach fanden das verkaufsbereite Aktionäre.</P><P>Die Kurs-Interpreten wussten auch nicht so recht weiter: "Vielleicht sind es die hohen Ölpreise", mutmaßte ein ratloser Beobachter. Eher nicht. Denn Konzerne wie Daimler-Chrysler oder Volkswagen, die weit weniger gut dastehen, verloren weniger.</P><P>Gibt es vielleicht doch Schönheitsfehler? Etwa den um fast 6 % gesunkenen Motorradabsatz? Von "Effekten durch Modellzyklen" orakelte Finanzvorstand Stefan Krause entschuldigend. Doch gibt es einen besseren Grund: Wer hätte von März bis Juni Motorräder kaufen sollen, wenn die ersten Sommertage des Jahres 2004 in den August fielen?</P><P>Oder die Absätze im wichtigsten Exportmarkt USA, die im Juli unerwartet stark um 4,4 Prozent zurückgingen? Die "echte Delle" begründete Panke durch eine Rückrufaktion und der damit verbundenen Auslieferungssperre. Und auch in den USA ist Licht im Schatten: Zum zweiten Mal erwies sich dort mit dem X3 nach dem Mini ein Auto, von dem sich die Absatzstrategen am US-Markt nicht so viel erhofften, als Renner. Mit dem kleineren der beiden Geländewagen konnte BMW den Spartenabsatz mehr als verdoppeln.</P><P>Oder Rolls-Royce? Erneut blieb die Luxusmarke im Premium-Konzern hinter den Erwartungen zurück: 319 wurden im ersten Halbjahr verkauft. Das ist deutlich weniger als die mögliche Jahresproduktion von 1000. Doch trotz des hohen Stückpreises von 371 000 Euro kann der noble Brite auch im Idealfall nicht entscheidend zum Konzerngewinn beitragen.</P><P>Dabei hat BMW die richtig große Neuerung in diesem Jahr noch nicht in den Büchern. Während bisher vor allem Cabrio oder Touring-Varianten bestehender Baureihen an den Start gingen, will der Konzern im dritten Quartal 2004 mit dem 1er gleich mit einer neuen Klasse loslegen. Dass BMW auch ohne Vorankündigung am Ende des Jahres besser dastehen will, als Panke es jetzt sagt, steht für die meisten Beobachter außer Frage.</P>

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