Bochumer Opelaner stimmten mit großer Mehrheit für Zukunftsvertrag

- Bochum - Der Zukunftsvertrag 2010 für die westdeutschen Opel-Werke ist jetzt auch für Bochum praktisch unter Dach und Fach. In einer Sonderabstimmung hat die Bochumer Belegschaft mit deutlicher Mehrheit für die Unterzeichnung des Abkommens gestimmt.

Die Zustimmung des Bochumer Betriebsrates unter das Vertragswerk, das in Kaiserslautern und Rüsselsheim ohne Belegschaftsbefragung erfolgt ist, sei nur noch Formsache, sagte am Mittwoch der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel.<P>Der ausgehandelte Rahmenvertrag verlangt den Beschäftigten viele Zugeständnisse ab, sichert aber im Gegenzug den Fortbestand der Werke für die nächsten Jahre. Neben dem Abbau von rund 9000 Stellen über ein großzügiges Abfindungsprogramm müssen die verbleibenden Beschäftigten mit Einkommenseinbußen rechnen und flexiblere Arbeitszeiten hinnehmen. Mit den Einsparungen durch Stellenabbau, Einkommensbegrenzung und flexiblere Arbeitszeit will Opel wieder in die schwarzen Zahlen kommen.</P><P>Der Gesamtbetriebsrat in Rüsselsheim wertete die Zustimmung als eine "sehr vernünftige und verantwortungsvolle Entscheidung" der Belegschaft für ihren Standort. "Jetzt haben wir gute Chancen, den Vertrag mit Leben zu füllen", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. Am Donnerstag werde der Gesamtbetriebsrat dem Vertrag seine Zustimmung erteilen, dies sei dann nur noch eine Formalie.</P><P>Von 9200 Beschäftigten hatten am Dienstag und Mittwoch in Bochum 6184 abgestimmt, davon 4212 mit Ja. Die Opelaner, die bereits einen Abfindungsvertrag unterschrieben hatten, blieben zum großen Teil den Urnen fern, um das Ergebnis nicht zu beeinflussen.</P><P>"Ich bin unheimlich erleichtert", sagte Einenkel. "Wir gehen jetzt gestärkt in die weiteren Verhandlungen." Mit dem Management müssen noch Details zu Arbeitszeiten und der Ausgliederung von Werksteilen ausgehandelt werden. In Bochum will der Betriebsrat auch noch über den weiteren Stellenabbau verhandeln. Den Vorgaben nach sollen noch rund 1000 Beschäftigte gehen. Rund 1800 haben bislang einen Abfindungsvertrag unterschrieben.</P>

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