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Hier wird auch am Dienstag nicht gearbeitet: Die Situation an den Berliner Flughäfen ist verworren.

Nach zwei kompletten Tagen Ausstand

Bodenpersonal will Streikpause an Berliner Flughäfen einlegen

Berlin - Am Berliner Flughafen steht offenbar eine Streikpause bevor. Doch in der kommenden Woche könnte es zu unangekündigten Arbeitsausständen kommen.

Passagiere an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld müssen bis Sonntag keine neuen Streiks fürchten. Die Gewerkschaft Verdi kündigte am Dienstag eine Streikpause an, um den Arbeitgebern Zeit zum Nachdenken zu geben. Kommt die Tarifrunde für die 2000 Beschäftigten des Bodenpersonals jedoch nicht voran, drohen von Montag an auch unangekündigte Streiks. Auf einen Vorschlag der Arbeitgeber zu einer Schlichtung reagierte Verdi skeptisch.

Am Mittwochmorgen um 5.00 Uhr sollen die Beschäftigten nach zwei Tagen Streik die Arbeit wieder aufnehmen. Der Ausstand hatte den Verkehr am drittgrößten deutschen Luftverkehrsstandort nahezu zum Erliegen gebracht. An diesem Mittwoch ist als Folge noch mit einzelnen Einschränkungen zu rechnen.

Allein am Dienstag fast 600 Flüge gestrichen

Am Montag und Dienstag waren fast alle Flüge von und nach Berlin ausgefallen. Nach Angaben der Flughafengesellschaft wurden am Dienstag in Tegel 453 Flüge gestrichen, am kleineren Flughafen Schönefeld waren es 125. Nur wenige Flugzeuge hoben am Mittwoch noch ab, in Tegel etwa einige von Air Berlin und in Schönefeld einzelne von Easyjet und Ryanair. Einige Flüge wurden auch zu naheliegenden Flughäfen umgeleitet.

Verdi warf Ryanair vor, eigenes Personal aus dem Ausland nach Schönefeld eingeflogen zu haben. „Wenn Streikbrecher eingesetzt werden, ist es uns nicht mehr möglich, weitere Streiks vor Beginn anzukündigen“, sagte Enrico Rümker, der Verhandlungsführer der Gewerkschaft.

Die Folgen des Streiks: Zahlreiche Reisende stranden an den Berliner Flughäfen.

Lösung laut Verdi-Sprecher nur durch verbessertes Angebot möglich

Die Arbeitgeber riefen die Gewerkschaft Verdi zu einer Schlichtung auf. Die Positionen lägen so extrem auseinander, dass dies der einzige Weg zu einer für beide Seiten vertretbaren Lösung sei, sagte ein Sprecher des Forums der Bodenverkehrsdienstleister Berlin-Brandenburg. Ein Verdi-Sprecher erwiderte: „Wir sind der Auffassung, dass nur durch ein verbessertes Angebot dieser Tarifkonflikt gelöst werden kann. Das steht.“

Die Gewerkschaft fordert bei einer Tarifvertragslaufzeit von zwölf Monaten einen Euro mehr pro Stunde für die Mitarbeiter des Bodenpersonals. Die Arbeitgeber boten zuletzt die schrittweise Erhöhung der Löhne in allen Entgeltgruppen an - bei einer Laufzeit von drei Jahren. Das Gesamtvolumen betrage acht Prozent mehr Geld als im Moment ausgegeben werde, betonen die Arbeitgeber. Nach Angaben von Verdi würde ein einfacher Beschäftigter auf dieser Grundlage pro Arbeitsstunde 27 Cent mehr erhalten.

Tarifabschluss für Bodenpersonal in Stuttgart

Verdi verwies darauf, dass in Stuttgart am Montag ein Tarifabschluss für das Bodenpersonal gelungen sei. Er beinhalte bis zu 15-prozentige Lohnsteigerungen. „Was an anderen Standorten erreicht wurde, muss auch in Berlin möglich sein“, sagte Bundesvorstandmitglied Christine Behle. In Frankfurt hingegen verzögere der Arbeitgeber Acciona einen möglichen Abschluss. Dort wird an diesem Mittwoch wieder verhandelt.

Ryanair kritisierte den Streik in Berlin erneut als ungerechtfertigt und forderte die Bundesregierung auf einzugreifen. Wie die Regierung dem grundgesetzlich verbürgten Streikrecht begegnen sollte, blieb jedoch offen.

Verweister Flughafen: Die Gangway führt ins Nirgendwo.

dpa

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