Böge: Differenzen beim Gaspreis müssen aufgeklärt werden

- Bonn/Berlin - Kartellamtschef Ulf Böge will Aufklärung über die enormen Differenzen beim Gaspreis in Deutschland. Das Bundeskartellamt hatte diese Woche einen bundesweiten Gaspreisvergleich im Internet veröffentlicht, in dem zum Stichtag Mitte November drastische Preisdifferenzen festgestellt wurden.

So sind die Preise in Süddeutschland, vor allem in Bayern, tendenziell höher. "Ich denke, dass eine Reaktion nötig werden wird", sagte Böge der Hörfunkagentur dpa/Rufa. "Das bedarf sicher der Aufklärung."

"Wir wollen, dass mehr Transparenz in den Markt kommt", betonte Böge. Das große Interesse der Verbraucher, die zeitweise durch ihre Zugriffe die Website des Kartellamts lahm gelegt hatten, zeige, dass der Vergleich von ihnen angenommen wurde. Zum Stichtag 15. Februar soll der Vergleich aktualisiert werden, da sich die Preise in der Zwischenzeit geändert haben.

Unterdessen fordert die Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Edda Müller, dass der Staat den Energiekonzernen die Verteilernetze entzieht. Die Verbraucherschützerin sagte der "Bild"-Zeitung: "Es gibt immer noch eine massive Beherrschung des Marktes durch die großen Konzerne. Die riesigen Preisunterschiede belegen den fehlenden Wettbewerb. Deshalb müssen den Konzernen endlich die Netze weggenommen und für Bewerber geöffnet werden."

Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Energieexperte Wolfgang Grotthaus sagte der Zeitung: "Der Gasmarkt muss so liberalisiert werden wie der Strommarkt. Wenn das Gas in Deutschland ankommt, ist der Preis noch überall gleich - erst danach wird aufgeschlagen." Es könne nicht sein, dass es dabei zu riesigen Preisunterschieden komme, so der Politiker.

Internet: http://www.bundeskartellamt.de

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