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Boeing hat neue Sicherheits-Updates für den Unglücksflieger 737 MAX 8 vorgestellt.

Alle Sicherheitsmängel behoben?

Charme-Offensive von Boeing: Flugzeuge vom Modell 737 MAX 8 erhalten Updates

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  • Sonja Plagmann
    Sonja Plagmann
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Die Flugzeuge vom Typ Boeing 737 MAX 8 sind derzeit zum Stillstand verdammt. In der Heimat hat der US-Konzern nun eine mit Änderungen versehene Version des Fliegers medienwirksam vorgestellt.

  • Kurz nacheinander stürzen zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 8 ab
  • Untersuchungen ergeben, dass Piloten der Maschinen mit der Technik überfordert waren
  • Am 27. März präsentiert Boeing Sicherheits-Updates für den verunglückten Flugzeug-Typen

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Update vom 27. März, 20.50 Uhr: Der Flugzeugbauer Boeing hat am Mittwoch in seiner Produktionsstätte Renton im US-Bundesstaat Washington die Änderungen am Flugsystem seiner Maschine vom Typ 737 MAX vorgestellt. Die Charme-Offensive sollte hunderte Piloten und Journalisten sowie Airlinechefs davon überzeugen, dass die Flotte der Boeing 737 MAX nach zwei verheerenden Flugzeugunglücken binnen kurzer Zeit nunmehr sicher sei.

Derzeit dürfen sämtliche Flugzeuge dieses Typs nicht mehr abheben. Am 10. März war eine 737 MAX 8 der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start in Addis Abeba abgestürzt. Alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben. Im Oktober verunglückte eine Lion-Air-Maschine des gleichen Typs vor der indonesischen Insel Java. Dabei starben alle 189 Insassen. Die Abstürze wiesen Ähnlichkeiten auf.

Boeing prüfte anhand von Testflügen die Wirksamkeit eines Softwareupdates für den betroffenen Flugzeugtyp. Im Fokus der Ingenieure stand vor allem das Trimmsystem MCAS. Die US-Luftfahrbehörde FAA und andere Einrichtungen müsse die Änderungen noch zertifizieren, wie Boeing am Mittwoch mitteilte.

Parallelen bei Boeing-Abstürzen: Immer wieder gibt das gleiche Detail Rätsel auf

Update vom 27. März, 10.55 Uhr: Ende Februar war im US-Bundesstaat Texas eine Boeing 767 abgestürzt. An Bord des Frachtflugzeugs seien drei Menschen gewesen, teilte damals eine Sprecherin der US-Luftfahrtbehörde FAA mit. Der örtliche Sheriff Brian Hawthorne hatte auf einer Pressekonferenz erklärt, es gebe keine Anzeichen für Überlebende. 

USA, Seattle: Eine Boeing 737 Max 8, die für Oman Air gebaut wurde, fährt auf dem Boeing Field an einem Hangar von Boeing vorbei.

Wie der Sheriff außerdem erklärte, hätten Augenzeugen berichtet, dass das Flugzeug mit der Nase voran in eine Bucht nahe des Ortes Anahuac gestürzt sei. Diese Augenzeugenbeschreibung lässt im Nachhinein angesichts der Abstürze in Äthiopien und Indonesien der Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 8 aufhorchen. 

Denn auch in der Boeing 737 MAX 8, die in Indonesien abgestürzt war, hatten die Piloten offenbar das Problem, dass sich die Nase des Flugzeugs plötzlich herabgesenkte. Und auch einen Tag vor dem Absturz in Indonesien kam es in derselben Maschine zu einem Herabsenken der Flugzeugnase. Nur durch Glück war damals ein erfahrener Pilot an Bord, der dem überforderten Piloten-Duo half. Auch in der Unglücksmaschine waren die Piloten wohl mit dem Prozess überfordert, um den Sinkflug abzuwenden (siehe unsere Meldung unten). 

Dasselbe Problem war offenbar auch bei der in Äthiopien abgestürzten Boeing aufgetreten. Auch hier soll die Crew große Probleme gehabt haben, weil sich die Nase des Fliegers immer wieder absenkte. Wie die „Dallas Morning News“ berichtet, gab es zudem Beschwerden von fünf Piloten, die sich auf Autopilot-Flüge mit der Boeing 737 Max bezogen. Ein Co-Pilot schrieb damals, dass sich die Nase des Fliegers plötzlich während des Steigfluges absenkte. Erst als der Autopilot abgeschaltet wurde, konnte das Problem behoben werden. 

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Absturz des Frachtflugzeugs in Texas und den beiden Abstürzen der Maschinen des Typs Boeing 767 MAX 8? Ist das Herabsenken der Nase des Flugzeugs auch bei anderen Boeing-Typen ein Problem? Die weiteren Ermittlungen werden hoffentlich Aufschluss darüber geben. Für Lufthansa scheint all das aber kein Hinderungsgrund zu sein, über den Kauf von Flugzeugen des Modells Boeing 737 Max nachzudenken.

Wieder Probleme: Boeing 737 MAX 8 muss in den USA notlanden 

Update vom 26. März: In den USA hat am Dienstag ein Flugzeug vom Typ Boeing 737 Max 8 bei der Überführung zu einem Lagerareal wegen Triebwerksproblemen eine Notlandung machen müssen. Die Maschine der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines habe am Dienstagnachmittag (Ortszeit) kurz nach dem Start vom Flughafen Orlando im US-Staat Florida wegen der Schwierigkeiten umdrehen müssen und sei danach sicher wieder in Orlando gelandet, sagte ein Sprecher der US-Luftfahrtbehörde FAA auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Fluggesellschaft selbst erklärte auf Anfrage, es seien keine Passagiere an Bord gewesen, sondern nur Crew-Mitglieder.

Ein Sprecher von Southwest Airlines sagte weiter, das Flugzeug sei auf dem Weg zu einem Lagergelände in Victorville im US-Bundesstaat Kalifornien gewesen, wo ausrangierte oder reparaturbedürftige Flugzeuge untergebracht werden. Die betroffene Maschine werde nun in den Wartungsbereich am Flughafen Orlando verlegt und dort untersucht. Auch er sagte, kurz nach dem Start in Orlando hätten die Piloten Probleme mit einem der Triebwerke gemeldet und seien daher umgedreht.

Erstmeldung: Boeing-Absturz: Passagier verhinderte am Tag zuvor Katastrophe

München - 346 Menschenleben kosteten die beiden Unglücke mit Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 8. Beim Absturz eines äthiopischen Fliegers vor wenigen Wochen fanden auch fünf Deutsche den Tod. Das US-Unternehmen muss sich wohl auf die Zahlung in Milliardenhöhe als Entschädigung an die Hinterbliebenen gefasst machen - zumal ein Fehler in der Sensor-Software der Auslöser gewesen sein könnte. Nun kommt heraus: Das am 29. Oktober über der Javasee vor Indonesien vom Himmel gefallene Flugzeug hatte nur einen Tag vor dem Unglück in der Luft einen Aussetzer.

Unglücksmaschine: Eine Boeing 737 MAX 8 der Lion Air stürzte am 29. Oktober 2018 in die Javasee.

Dass es nicht schon damals zur Katastrophe kam, ist offenbar einzig einem erfahrenen Piloten zu verdanken, der zufällig als Passagier an Bord war. Das berichtet die US-Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Obwohl der Mann nicht im Dienst war, saß er demnach auf dem Klappsitz im Cockpit.

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Boeing-Piloten-Duo mit wichtigem Teil der Checkliste überfordert

Das Duo an den Schalthebeln habe vergeblich dagegen angekämpft, dass die Nase des Flugzeugs nach unten gelenkt wurde. So habe der so genannte „dead-head-pilot“ eingegriffen und das automatische Trimmsystem deaktiviert, das eben für jenes Herabsenken sorgte. Dieses Vorgehen sei Teil der Checkliste, die jeder Pilot im Kopf abgespeichert haben müsse.

Das galt aber offensichtlich auch nicht für die Crew, die die Maschine einen Tag später steuerte. Den Stimmenrekordern zufolge seien auch in diesem Fall die Piloten damit überfordert gewesen, das Herabsenken der Flugzeugnase zu stoppen - diesmal mit fatalen Folgen. Hier berichtete die Nachrichtenagentur „Reuters“, das Duo habe die Kurzanleitung für Notfälle zu Rate gezogen. Allerdings vergeblich.

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Boeing: Betroffene Fluglinie gibt keine weiteren Kommentare ab

Ein Sprecher der betroffenen Fluglinie Lion Air bestätigte den Vorfall und das Eingreifen des dritten Piloten nicht. Alle wichtigen Informationen seien an die indonesischen Ermittlungsbehörden geleitet worden. Wegen des offenen Verfahrens könnten keine weiteren Kommentare abgegeben werden.

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Dem indonesischen Sicherheitsausschuss zufolge habe es bereits auf früheren Flügen der Maschine diverse Probleme gegeben, die aber verschwiegen worden seien. Beispielsweise sei die Anzeige der Geschwindigkeit sowie der Flughöhe defekt gewesen.

Deshalb sei unter anderem ein Sensor installiert worden, der eben in Notfällen für das Herabsenken der Nase sorgt. Insgesamt viermal hätten sich Mechaniker ab dem 26. Oktober der Probleme des Flugzeugs angenommen. Vier Tage später zerschellte es auf der Wasseroberfläche.

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Boeing-Maschinen: Fluggesellschaften sollen auf Updates gegen Aufpreis verzichtet haben

Die New York Times berichtet derweil, dass bei den beiden Unglücksmaschinen auf gewisse Updates verzichtet wurde, die nur für einen Aufpreis erhältlich gewesen wären. Dies sei jedoch gerade bei günstigen Fluganbietern nicht ungewöhnlich.

So sei keine Anzeige des Anstellwinkels der Flügel installiert worden, ebenso sei keine entsprechende Warnleuchte, die bei unterschiedlichen Werten der Flügel Alarm schlägt, an Bord gewesen. Letztere soll nun nachgerüstet werden - wie auch die zumindest für das Unglück im Oktober verantwortlich scheinende MCAS-Software. Dies sei schon vor dem zweiten Absturz in die Wege geleitet worden.

In Erklärungsnot: Dennis Muilenberg ist der Vorstandschef von Boeing.

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Trump-Minister soll seinen Ex-Arbeitgeber Boeing intensiv unterstützen

Auch in den USA steht Boeing aktuell im Kreuzfeuer der Kritik. Nachdem Präsident Donald Trump den Fliegern erst nach tagelangem Zögern zeitweise Flugverbot erteilt hat, wird nun bekannt, dass dessen Interims-Verteidigungsminister Patrick Shanahan das US-Unternehmen wie andere Firmen bei der Vergabe lukrativer Rüstungsaufträge bevorzugt haben soll. Deshalb werde gegen den Politiker ermittelt.

Shanahan, der 30 Jahre lang einer der Top-Manager bei Boeing war, soll seinen ehemaligen Arbeitgeber bei Treffen mit Mitarbeitern des Verteidigungsministeriums immer wieder gelobt und besonders die Vorzüge im Vergleich mit dem ebenfalls in den USA ansässigen Boeing-Konkurrenten Lockheed Martin betont haben. Zudem soll der 56-Jährige darauf gedrängt haben, dass die US Air Force die Zahl der bestellten F-15X-Fighter-Jets erhöht - diese Flieger werden von einer Boeing-Tochter angefertigt. Eine Pentagon-Sprecherin bezog nun Stellung.

Lesen Sie auch den Kommentar von Merkur*-Korrespondent Friedemann Diederichs: Trump und der Boeing-Boss: Unheilvolle Nähe

All das befeuert Gerüchte über Absprachen zwischen dem Unternehmen und dem Trump-Lager. Der US-Präsident hatte Boeing bereits häufig gelobt, soll sich sehr gut mit Vorstandschef Dennis Muilenberg verstehen. Shanahan gilt zudem als Trumps Favorit bei der langfristigen Nachfolge des zurückgetretenen Verteidigungsministers James Mattis. 

*Merkur.de und *op-online.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes

mg

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