Boeing und Airbus: Auf verschiedenen Routen zum Erfolg

- Farnborough - Die Erzrivalen sind sich einig: Der Aufschwung in der Luftfahrtbranche beginnt - aber bei der Strategie steuern die Konzerne einen unterschiedlichen Kurs. Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough prognostizierten beide Konzerne solides Wachstum. So will zum Beispiel Airbus seine Produktion in den kommenden Jahren langsam, aber kontinuierlich auf mehr als derzeit 300 Flugzeuge pro Jahr hochfahren.

<P>Der US-Konzern Boeing geht davon aus, dass es in Zukunft mehr Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit kleineren Flugzeugen gibt - das bedeutet nur einen kleinen Markt für 550-Sitzer wie die A380. Die Konkurrenz aus Europa erwartet dagegen Wachstum sowohl auf diesen Strecken, als auch auf Routen zwischen großen Drehkreuzen. Rund 750 Airbus A380 will Airbus in den kommenden Jahren verkaufen. 129 dieser Giganten sind fest bestellt, Airbus rechnet in Kürze mit weiteren Kunden.<BR><BR>Airbus sieht die Boeing-Strategie gelassen. "Wir sind schon jetzt der Champion im Punkt-zu-Punkt-Bereich", konterte Airbus-Vorstandschef Noë¨l Forgeard in Farnborough. So sei zum Beispiel der Airbus A340-500 bereits bei Singapore Airlines auf einem 18-stündigen Nonstopflug zwischen New York und Singapur im Einsatz.<BR><BR>Boeing setzt auf seine zweistrahligen Modelle 777 und die neue 7E7. Sie sollen bei den Airlines ältere Boeing 747, 757, 767 sowie Airbus A300 ersetzen. "Das Interesse der Airlines ist immens. Wir haben für die 7E7 von 24 Airlines Absichtserklärungen für den Kauf von 200 Flugzeugen", sagte Boeing-Zivilflugzeugvorstand Alan Mulally in Farnborough. Der Zweistrahler soll 2008 in den Liniendienst gehen. Boeing sieht für die kommenden 20 Jahre insgesamt einen Bedarf von 25 000 neuen Flugzeugen im Wert von zwei Billionen Dollar.<BR><BR>Für die 777 konnte Boeing einen weiteren Auftrag verzeichnen: Emirates aus Dubai bestellte vier Flugzeuge und zeichnete Optionen für neun weitere im Gesamtwert von 2,96 Milliarden US-Dollar. Airbus will heute neue Aufträge bekannt geben.<BR><BR>Wenige Monate vor dem Erstflug des Airbus A380 im Frühjahr 2005 erwartet der Flugzeugbauer keine Verzögerungen beim A380-Projekt. "Das Flugzeuggewicht liegt innerhalb der Limits", sagte Airbus-Vorstandschef Forgeard auf der Luftfahrtmesse in Farnborough. "Wir können alle unsere vertraglichen Verpflichtungen erfüllen." Derzeit ist der erste Prototyp für Testflüge bereits montiert und wird ausgerüstet.<BR><BR>Beide Konzerne glauben, dass die internationale Luftfahrtkrise überwunden ist. "Wir erwarten ein jährliches Wachstum von 5,2 Prozent im Passagier- und 6,2 Prozent im Frachtbereich", sagte Boeings Zivilflugzeug-Vorstand Mulally. Insgesamt rechnet der US-Konzern in den kommenden 20 Jahren mit einem Bedarf von 25 000 Zivil-Flugzeugen im Wert von zwei Billionen US-Dollar.<BR><BR>Die Messe in Farnborough gehört neben der Luftfahrtausstellung in Berlin und dem Aé´rosalon von Paris zu den Leitmessen der Branche. 1300 Aussteller zeigen Verkehrs- und Militärflugzeuge.<BR></P>

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