Boeing greift Airbus mit einem neuen Energie-Spar Flugzeug an

- Hamburg - Nach dem erst vollmundig propagierten und dann gescheiterten Boeing-Projekt Sonic Cruiser greift der Luftfahrtgigant erneut an: Die nun geplante Boeing 7E7, deren Markteintritt BoeingChef Phil Condit jetzt für 2008 prophezeit hat, ist eine riesige Herausforderung für Airbus.

<P>Mit diesem zweistrahligen Mittel- und Langstrecken-Flugzeug will der US-Gigant an alte Glanzzeiten anknüpfen, nachdem die Europäer in den vergangenen Jahren mit dem doppelstöckigen Riesen A380 weltweit Tempo und Marschrichtung im modernen Flugzeugbau bestimmt haben.<BR><BR>Doch nun horcht die Branche auf: Die Boeing 7E7 soll neue Maßstäbe setzen. Der "Dreamliner", so der populäre Name, soll technologisch dort beginnen, wo der 550-sitzige Airbus A380 aufhört. 50 % des Flugzeuges sollen aus Verbundwerkstoffen - ein revolutionärer Schritt im zivilen Flugzeugbau -, 20 % aus Aluminium, 15 % aus Titan und 15 % aus anderen Materialien einschließlich Stahl bestehen. Das Flugzeug soll gegenüber vergleichbaren Jets rund 20 % weniger verbrauchen und mit 200 bis 250 Passagieren 12 200 bis 14 800 Kilometer weit fliegen können.<BR><BR>Mit diesem Flugzeug, dessen Entwicklungskosten auf gut acht Milliarden Dollar veranschlagt werden (A380: über elf Mrd. Dollar) will Boeing die Lücke schließen, die sich Ende dieser Dekade auftun wird. Die Fluggesellschaften werden Nachfolger für die Boeing 757 und 767 sowie für die Airbus-Modelle A310 und A300-600 benötigen. <BR><BR>Für diesen Markt will Boeing gerüstet sein. Airbus dürfte es sehr schwer fallen zu kontern. Zwar arbeiten Entwicklungsteams auch an Nachfolgemodellen - ein "Geisterflugzeug" der Europäer fliegt unter dem Titel A30X durch die Computer - aber A380, A340-500 und A340-600 lassen derzeit nicht mehr viel Spielraum für neue Projekte.<BR><BR>Der Zeitplan für den "Dreamliner" steht bereits: Nachdem Boeing Informations-Gespräche mit rund 80 Fluggesellschaften geführt hat, ist damit zu rechnen, dass spätestens im kommenden Sommer der offizielle Startschuss kommen wird. Bis Mitte 2005 dürfte dann die Konfiguration feststehen, so dass 2007 der Erstflug stattfinden und 2008 die ersten Maschinen ausgeliefert werden könnten.<BR><BR>Das Rätselraten über die Erstkunden hat bereits begonnen; das müssen potente Fluggesellschaften mit erfahrenen Ingenieur-Teams sein, die entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung nehmen und auch in den Genuss erheblicher Rabatte kommen. Im Gespräch sind British Airways und Lufthansa. Es ist sicher, dass die Lufthansa, die in den letzten Jahren durch Milliarden-Geschäfte mit Airbus für Aufsehen sorgte, um ein ausgewogenes Verhältnis zu Boeing bemüht sein wird, vorausgesetzt die Amerikaner haben effizienten Angebote.</P>

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