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Ein Boeing 787 Dreamliner von all Nippon Airways auf dem Rollfeld des Flughafens in Tokyo

Platz für mehr als 300 Passagiere

Boeing: Noch längerer "Dreamliner" kommt 2018

Le Bourget - Boeing will die Luftfahrtbranche mit einer Langversion des "Dreamliners" beeindrucken. Die ersten Flugzeuge dieses Typs sollen 2018 abheben. Und es gibt bereits Abnehmer für über 100 Stück.

Der Flugzeugbauer Boeing setzt dem neuen Airbus A350 eine extralange Version seines „Dreamliners“ entgegen. Nach kurzer und mittlerer Variante der 787 „Dreamliner“ soll die langgestreckte 787-10 erstmals im Jahr 2018 ausgeliefert werden, wie Boeing am Dienstag bei der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris bekanntgab. Mit der Entscheidung reagiert der US-Konzern auf den ähnlich großen neuen Langstreckenflieger Airbus A350. Zudem brachte Korean Air ersehnte neue Aufträge für den modernisierten Boeing-Jumbo 747-8. Rivale Airbus präsentierte gleichzeitig einen neuen Mega-Milliardenauftrag vom Billigflieger Easyjet.

Boeing liegen nach eigenen Angaben bereits Bestellungen für 102 extralange „Dreamliner“ vor. Die Maschine soll Platz für 300 bis 330 Passagiere bieten. Bei den Erstbestellungen stützt sich Boeing auf fünf Kunden. Singapore Airlines und der Flugzeugfinanzierer ALC wollen jeweils 30 Maschinen abnehmen, die Leasingtochter von General Electric orderte 10 Maschinen, die amerikanische United Airlines will 20 Jets und die IAG-Tochter British Airways 12 Flugzeuge des Typs kaufen.

Auch neue Aufträge für Boeing 747 und 777

Bisher ist erst die Standardversion des „Dreamliners“ mit Platz für rund 240 Passagiere in der Luft - zuletzt von Pannen und einem mehr als dreimonatigen Flugverbot geplagt. Die längere 787-9 soll noch in diesem Sommer erstmals abheben. Mit der langen 787-10 konkurriert Boeing direkt mit der A350 von Airbus, die in ihrer Standardversion bei drei Klassen 314 Fluggästen Platz bieten soll. Die A350 hatte ihren Erstflug in der vergangenen Woche erfolgreich bestanden und wird auch in Le Bourget für einen Überflug erwartet.

Boeing erhielt aus Südkorea Bestellungen für elf Langstreckenflieger. Die Fluggesellschaft Korean Air will fünf Exemplare des größten Boeing-Modells 747-8 und sechs Langstreckenjets vom Typ 777-300ER ordern. Für den Jumbo hatte Boeing zuletzt lange um Bestellungen ringen müssen. Insgesamt kommt der Auftrag aus Korea laut Preisliste auf einen Gesamtwert von 3,6 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro).

Boeings Dreamliner: Das ist das Traumflugzeug

Boeings Dreamliner: Das ist das Traumflugzeug

Einen Preis für die Langversion der 787 „Dreamliner“ hat Boeing auch noch nicht bekanntgegeben. Die bereits fliegende kleine Version kostet laut Preisliste rund 207 Millionen Dollar, umgerechnet rund 155 Millionen Euro, die im Bau befindliche mittlere Version 244 Millionen US-Dollar. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Nachlässe im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Auch Airbus konnte zu Beginn der Messe einen Coup für seinen Riesenflieger A380 landen. Der Flugzeugfinanzierer Doric Asset Finance will 20 Exemplare des Großraumflugzeugs bestellen. Nach Angaben beider Unternehmer vom Montag in Le Bourget wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Laut Preisliste hat die A380-Bestellung einen Gesamtwert von 8,078 Milliarden Dollar, umgerechnet rund 6,06 Milliarden Euro.

ILFC bestellt 50 Flieger mehr aus der A320neo-Familie von Airbus

Außerdem stockte der Flugzeugfinanzierer ILFC seine Bestellung von Mittelstreckenjets aus der A320neo-Familie von 100 auf 150 Maschinen auf. Dazu zog das Unternehmen Kaufoptionen, die es schon früher mit Airbus vereinbart hatte. Der Auftrag für die A320neo-Jets kommt auf rund fünf Milliarden Dollar. Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Doric will die A380-Jets an mehrere Fluggesellschaften weiterreichen. Einige Kunden habe er schon an der Hand, sagte Doric-Chef Mark Lapidus. Airbus-Verkaufschef John Leahy hielt unterdessen an seinem Ziel fest, in diesem Jahr 25 A380 zu verkaufen. „Wenn ich ein paar mehr verkaufe, werden es eben ein paar mehr“, sagte er aber auch. Insgesamt will Airbus in diesem Jahr Aufträge für rund 800 neue Flugzeuge einsammeln.

dpa

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