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Boeings Jumbo wieder im Geschäft

- Frankfurt/Toulouse -­ Neuer Rückschlag für den europäischen Flugzeugbauer Airbus: Die Lufthansa hat beim amerikanischen Erzrivalen Boeing 20 Jumbo-Jets vom Typ 747-8 bestellt. Außerdem hält die größte deutsche Fluggesellschaft Optionen für 20 weitere Maschinen. Airbus ging dennoch nicht leer aus und konnte eine Bestellung von sieben Maschinen des Typs A340-600 verbuchen.

Die 27 Langstreckenflieger haben einen Listenwert von insgesamt 6,9 Milliarden Dollar (5,2 Milliarden Euro) und sollen ab 2008 ausgeliefert werden.

Die offizielle Erklärung der Lufthansa versucht, die Wogen gleich wieder zu glätten: "Mit den Flugzeugtypen der B747-Baureihe von Boeing einerseits und der Flugzeugfamilie A330/A340/A380 von Airbus andererseits ist Lufthansa bestens gerüstet, ihre Führungsposition im Interkontinental-Verkehr zu festigen und auszubauen" erklärte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber.

Bei der 747-8 handelt es sich um eine Neuentwicklung des erfolgreichen Jumbo-Jets, den die Lufthansa bereits auf ihren Langstrecken-Verbindungen einsetzt. Bislang konnte Boeing nur Bestellungen für die Frachtversion verzeichnen. Denn die meisten Gesellschaften zogen bislang die A380 von Airbus vor. Nun verhilft ausgerechnet die Deutsche Lufthansa dem vermeintlichen Ladenhüter aus den USA zum ersten Verkaufserfolg. Die ersten 747-8 sollen ab 2010 an die Lufthansa ausgeliefert werden.

Die Lufthansa plant, die 747-8 mit etwas mehr als 400 Sitzen auszustatten. Das Flugzeug füllt damit eine Lücke zwischen dem Airbus A340-600 (etwa 300 Sitze) und dem A380, der in der typischen Dreiklassenkonfiguration 555 Sitze hat. "Es gibt keine Alternative zur 747-8", sagte Lufthansa-Sprecherin Stefanie Stotz. Der Boeing-Auftrag hat ein Volumen von 5,5 Milliarden Dollar (4,13 Milliarden Euro). Fluggesellschaften bekommen jedoch meist Rabatte gewährt.

Die Triebwerke, die sparsamer und leiser arbeiten sollen als beim Vorgänger-Modell, werden vom US-Konzern General Electric hergestellt.

Mit den sieben Bestellungen bei Airbus erweitert die Lufthansa ihre Flotte der A340-600. Auch dieser Typ hat vier Triebwerke und wird auf Langstrecken eingesetzt. Die neuen Maschinen sollen bereits in den Jahren 2008 und 2009 ausgeliefert werden. Airbus ist vor allem wegen der Lieferverzögerungen beim A380 in einer Krise und verbuchte dieses Jahr deutlich weniger Bestellungen als Boeing. Vor allem das Interesse an den A340-Modellen hat stark nachgelassen, weil die entsprechende Konkurrenzreihe 777 von Boeing als wirtschaftlicher gilt.

Trotz der Probleme beim A380 will die Lufthansa an ihrer Bestellung von 15 Superjumbos festhalten. Das Unternehmen wird nach eigenen Angaben in den kommenden Monaten auch über den Kauf weiterer Flugzeuge entscheiden. So steht eine Bestellung von mittelgroßen Langstreckenfliegern an. In diesem Segment konkurrieren die Boeing 787 und der Airbus A350. Der europäische Flugzeugbauer hatte erst am Montag den Startschuss für den Bau des A350 gegeben, der mit den Boeing-Modellen wieder mithalten soll.

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