Börse 2004: Optimisten bleiben am Zug

- München - Wenn am Silvesterabend die frisch gegossenen Klümpchen Blei aus dem Wassertopf geangelt werden, sollten Aktionäre einen kleinen Bullen in ihrem grauen Metall entdecken. Das Jahr 2004 wird wieder Gewinne bringen an den Börsen - sagen Banken voraus. Sollte ihr Blick in die Zukunft so scharf sein wie Anfang 2003, wird das neue Jahr für Anleger nicht mehr so sensationell wie das zu Ende gehende, aber doch positiv.

<P>Nach den Krisenzeiten, in denen selbst die pessimistischsten Prognosen nicht schwarzmalerisch genug waren, kamen 2003 die Optimisten zum Zug. Mutige Bankvoraussagen mit Kurssteigerungen von 25 Prozent und mehr gegenüber dem Jahresanfang - wie von der HypoVereinsbank und der DZ Bank - kamen der tatsächlichen Entwicklung nahe. Auch für das kommende Jahr geben sich die meisten Institute optimistisch. Allerdings haben die Kurssprünge zum Ende 2003 das Zuwachspotenzial für 2004 eingeengt.</P><P>4318 Punkte - das ist die durchschnittliche Jahresschluss-Prognose für den Deutschen Aktienindex Dax, wie das "Handelsblatt" bei einer Umfrage unter 33 Instituten ermittelt hat. Das entspricht einer Steigerung von knapp neun Prozent gegenüber dem Schlussstand des zu Ende gehenden Jahres. Verglichen mit dem 40-Prozent-Zuwachs im Dax 2003 ein eher mageres Ergebnis, verglichen mit den Kursstürzen zuvor eine gute Aussicht. "Vor allem in der ersten Jahreshälfte werden die Aktienmärkte in Euroland und den USA ihren Aufwärtstrend fortsetzen", heißt es bei der Deutschen Bank, die 4300 Punkte als Zielmarke für den Dax sieht. </P><P>Auf diesem Niveau erwartet auch die Bayerische Landesbank die deutschen Standardwerte. Trotz der jüngsten Zugewinne sieht das Institut "Perspektiven für einen weiteren Kursanstieg". Konjunkturbelebung, steigende Unternehmensgewinne, niedrige Zinsen und ein attraktives Bewertungsniveau würden das Vertrauen der Anleger in Aktien festigen. "Nicht zuletzt aufgrund positiver Überraschungen aus dem Reformprozess dürfte der Dax weiter überdurchschnittlich profitieren", vermutet auch die HypoVereinsbank, die den deutschen Standardwerten aber nur den Hüpfer auf 4150 Zähler zutraut.</P><P>"Terroranschläge, generell internationale Konflikte und den hohen Eurokurs" nennt die Stadtsparkasse München als Risiken an den Aktienmärkten. "Unter der Voraussetzung, dass die Konjunktur anzieht, erwarten wir Dax-Stände weit über 4000 Punkten", sagt Sprecher Joachim Fröhler. Das Institut empfiehlt, sich auf zyklische Branchen - etwa Chemie, Maschinenbau, Versorger und Öl - zu konzentrieren. Auch Technologie werde eine wichtige Rolle spielen  - das aber bei verstärkten Kursschwankungen. Anleger sollten also vorsichtig sein. Sonst entpuppt sich der Blei-Bulle später doch noch als Bär.</P>

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