Vom Börsenaspiranten zum Sanierungsfall

- München - Die Chipschmiede Siltronic ist 2004 vom Börsenaspiranten zum Sanierungsfall mutiert. Umsatz und Ergebnis blieben hinter den Plänen zurück. Statt dessen wird nun Personal abgebaut. Der einstige Börsenkandidat Siltronic musste 2004 dem gescheiterten Gang aufs Parkett und eintrübender Chipmärkte Tribut zollen. Mit noch 814 Millionen Euro Umsatz bei 101 Millionen Euro Verlust vor Steuern und Zinsen sei man hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben, räumte Konzernchef Wilhelm Sittenthaler ein.

<P>Wie weit der global drittgrößte Hersteller von Siliziumwafern, einer Vorstufe von Computerchips, hinter eigenen Plänen herhinkt, ließ die Tochter des Münchner Chemiekonzerns Wacker offen. ´<BR><BR>Vor Jahresfrist hatten Börsianer für 2004 im Schnitt noch mit knapp 840 Millionen Euro Umsatz und unter 20 Millionen Euro Verlust kalkuliert. 2003 hatte Siltronic 877 Millionen Euro Umsatz und 87 Millionen Euro Verlust ausgewiesen. Demnach brachte 2004 einen Rückschritt. Das Unternehmen macht jedoch für 2003 Sondereffekte geltend, was im Vorjahr bereinigt eine Verbesserung der Lage gebracht habe. Andererseits hatte starker Preisverfall auf den Chipmärkten im vorigen Herbst jüngst ein verschärftes Sanierungsprogramm ausgelöst, das weitere 450 Stellen kosten wird. Schon bis Ende 2004 wurde die Belegschaft um 270 Personen auf noch 5947 Frauen und Männer verringert. Knapp 250 der noch auf der Streichliste stehenden Stellen werden im Inland abgebaut, bestätigte eine Firmensprecherin. Danach beschäftige Siltronic in Deutschland unter 3500 Mitarbeiter.<BR><BR>Zum geplatzten Börsengang hatte der Chipspezialist bereits ein Werk im bayerischen Wasserburg geschlossen und die Produktion nach Singapur und in die USA verlagert. Zugleich wurde Mitte 2004 ein modernes Chipwerk im heimischen Freiberg eröffnet, das noch von Anlaufkosten belastet ist. Der Sparkurs solle 2005 Verbesserungen bei Umsatz und Ergebnis bringen, meinte Sittenthaler. "Unsere Restrukturierungsmaßnahmen zahlen sich aus", beteuert der Chipmanager. Über das Ausmaß der angepeilten Trendwende schwieg er sich jedoch aus. Vom Börsengang ist nun aber keine Rede mehr. <BR></P>

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