Der Börsen-Aufschwung stockt: Investoren fürchten Einbruch

- München - Es ist wie bei den ersten Schritten auf einem zugefrorenen See. Stück für Stück wagt man sich weiter raus, solange man glaubt, dass der Boden hält. An den Börsen sind die Anleger in den vergangenen Monaten dank kräftiger Kurszuwächse so weit gekommen, dass die ersten Experten das Eis knacken hören. Vor allem charttechnisch orientierte Investoren fürchten einen Einbruch.

<P>Von November bis Ende Januar hat der Deutsche Aktienindex Dax über 14 Prozent gut gemacht. Der Dow-Jones-Index für amerikanische Standardwerte legte gut elf Prozent zu - und das, obwohl die beiden Kursmesser schon zuvor kräftig gestiegen waren. Doch seit den Spitzenständen Ende Januar ist die steile Aufwärtsbewegung abgebrochen. Der Dax verlor in der vergangenen Woche fast 100 Punkte. Und auch diese Woche endet wohl mit einem Minus. Mancher fürchtet, in diesem wackligen Umfeld bald den Boden unter den Füßen zu verlieren.</P><P>"Da noch nicht wieder Entwarnung gegeben werden kann, empfiehlt sich weiterhin die Devise: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste", heißt es in einer charttechnischen Analyse der Bayerischen Landesbank. Im Dow Jones bleibe die Lage kritisch. Solange sich der Index nicht deutlich über 10 600 Punkte bewege, bestehe die Gefahr einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Einem solchen Gebilde folgen typischerweise deutliche Kursrückgänge. Als kritische Grenze nach unten sehen die Experten den Bereich 10 370 bis 10 415 Punkte. </P><P>Auch im Dax rechnet das Münchner Bankhaus Reuschel kurzfristig eher mit einer negativen Entwicklung. "Durch den Bruch der wichtigen Unterstützung bei 4100 Punkten hat der Dax ein charttechnisches Verkaufssignal geliefert", heißt es in einer Analyse. Ein Rutsch auf bis zu 3800 Punkte sei möglich. Mittelfristig bleibe aber eine positive Grundstruktur erhalten. Die Aktienstrategen gehen von einem Anstieg des Dax bis auf 4350 Punkte aus - ein Plus von über sieben Prozent vom derzeitigen Stand.<BR><BR>Auch Gerhard Schwarz, Leiter der Aktien-Strategie bei der HypoVereinsbank glaubt an ein "freundliches Umfeld" für die deutschen Aktien. "Ein Rückfall des Dax auf 3950 Punkte ist möglich, aber keine zehn-Prozent-Korrektur", sagte er. Anschließend sei ein Dax-Stand von 4350 Punkten für das erste Halbjahr 2004 realistisch. </P><P>Damit dürften die erfreulichsten Börsenzeiten aber vorerst vorüber sein. Danach rechnen die HVB-Experten mit dem Übergang in eine Seitwärtsbewegung. Eine deutliche Korrektur müsse nicht unbedingt folgen. Auf Basis der Prognosen für 2005 habe der Dax ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp über 13. "Das ist im Vergleich der vergangenen zehn Jahre eine moderate Bewertung", sagte Schwarz.<BR></P>

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