Börsenbilanz: Wo Anleger ihr Kapital mehr als verdoppelt haben

- München ­- Wer im Jahr 2006 auf Aktien oder Aktienfonds gesetzt hat, kann mit der Bilanz sehr zufrieden sein: Weltweit legten die Dividendentitel durchschnittlich 14 Prozent zu. Noch erfreulicher war die Entwicklung in Deutschland. Der Dax kletterte um satte 20 Prozent und stand im Dezember auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren.

Als Goldperlen am deutschen Aktienmarkt entpuppten sich im Jahr 2006 zwei Nebenwerte aus dem Bereich Internet/Medien, nämlich Business-Media China und Adlink-Internet- Media. Die Aktien gewannen im Jahresvergleich 250 bzw. 235 Prozent. Aber auch die in den Dax-Indizes gelisteten Werte blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück.

Tendenz: aufwärts

Von einem kleinen Zwischentief im Mai abgesehen kannte das Aktienjahr 2006 nur eine Richtung, nach oben. Hervorragende Unternehmensergebnisse, Übernahmephantasien, gute Konjunkturzahlen, niedrige Zinsen und ein im letzten Quartal wieder deutlich gefallener Ölpreis waren die Sprungfedern. Positiv war auch, dass die Finanzmärkte von negativen Einflüssen wie Krisen, Kriegen, Terroranschlägen oder Naturkatastrophen weitgehend verschont blieben. In Deutschland erlebte sogar das jahrelang schwache Konsumklima ein Comeback. Dass die Stimmung bei Dividendentiteln hierzulande gut war, beweisen auch die mehr als 70 Börsengänge.

Dax: Nur drei im Minus

Von den 30 Aktien im Dax schnitten im Jahr 2006 mit Tui (-11%), Adidas (-6%) und der Deutschen Telekom (- 2%) nur drei mit einem Minus ab. Die Gewinnerliste führte die Aktie von Thyssen-Krupp an, die ihren Wert fast verdoppeln konnte. Mit einer glänzenden Performance präsentierte sich auch Volkswagen (+90%). Zu den Top-Dax-Werten zählten auch Schering (+80%), die nach der Übernahme durch Bayer aber nicht mehr zum Eliteindex gehören. Hauptgründe für das gute Abschneiden dieser Aktien waren gute Geschäftszahlen und Übernahmephantasien.

Rekord in M- und S-Dax

Die Nebenwerte aus dem M-Dax und S-Dax konnten ihre hervorragende Entwicklung des Jahres 2005 auch heuer wieder fortsetzen. Beide Indizes legten knapp 30 Prozent zu und standen 2006 so hoch wie noch nie. Erfreulich entwickelten sich auch die Technologiewerte im Tec-Dax, der knapp ein Viertel zulegte. Vor allem der immer noch andauernde Trend alternativer Energiequellen half dem Index auf die Sprünge. Unter den Top fünf waren mit Nordex, Conergy und Solarworld drei Titel aus diesem Bereich.

Bau-Branche glänzt

In der deutschen Branchenbilanz glänzten vor allem Bau-Aktien. Dass die Baubranche ihre Talsohle jetzt wohl endlich durchschritten hat, wurde von den Anlegern mit einem Plus von 45 Prozent honoriert. Knapp dahinter mit einem Plus von 40 Prozent liegen die Pharma-Werte, die vor allem vom Schering-Bayer-Zusammenschluss sowie Fusionsphantasien profitieren konnten. Zwar gab es in 2006 keine Branche mit einer negativen Bilanz, trotzdem enttäuschten wie schon im Vorjahr die Telekom-Titel, die nur knapp drei Prozent gewannen.

Dow Jones hoch wie nie

Indexrekorde gab es nicht nur in Deutschland, auch der bedeutendste Index der Welt, der amerikanische Dow-Jones-Industrial, kletterte auf ein Allzeithoch ­ und das, obwohl die konjunkturellen Aussichten in den USA von Experten eher skeptisch gesehen werden. Im Jahresvergleich legte der Dow 15 Prozent zu. Auch der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 konnte seit Jahresbeginn 15 Prozent gewinnen. Börsenstar in Europa war 2006 Spanien. Der Ibex kletterte um ein Drittel auf mehr als 14\x0f000 Punkte ­ auch ein Allzeitrekord.

Boom in Russland

Russland und Venezuela sind "Börsen des Jahres". Die weltweit beste Performance verbuchten die Börsen der Ölförderländer Venezuela (+120%) und Russland (+70%). Aber auch Indonesien, Peru, Marokko und Indien gehörten zu den Tops 2006. Ein negatives Vorzeichen stand nur bei wenigen Finanzmärkten. Zu den Ausnahmen gehörten Israel oder Jordanien. Wenig erfreulich entwickelte sich auch mit einem unterdurchschnittlichen Plus von sechs Prozent der japanische Nikkei.

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