Börsen-Fahrplan der Bahn in Frage gestellt

- Berlin - Der Fahrplan an die Börse wird für Bahnchef Hartmut Mehdorn immer schwieriger. Nur wenn der staatliche Konzern die Sanierung beschleunigt, ist der Gang an den Kapitalmarkt in zwei Jahren möglich, urteilte Morgan Stanley in einem Gutachten für die Bundesregierung.

Dabei kämpft die Bahn für schwarze Zahlen 2004, damit der Bund als Eigentümer bald über eine Teilprivatisierung entscheiden kann. Erhebliche Einschränkungen ergeben sich aber durch das Vorhaben zur Mindestbesteuerung von Unternehmen, welches die Bahn mit 700 Millionen Euro in den Jahren 2005 bis 2008 träfe, da sie nicht mehr die Vorteile des Verlustvortrags nutzen könnte.<BR><BR>Dennoch müssten die 2004 und 2005 geplanten Gewinne erreicht werden. Jedes Geschäftsfeld, auch der bisher in den roten Zahlen fahrende Fernverkehr und die Netztochter, müsse die Trendwende schaffen. Im nächsten Jahr solle Mehdorn dann einen neuen Plan bis 2010 vorlegen, der den Erwartungen künftiger Investoren entspreche - etwa auf eine Dividende.<BR><BR>Auf die 243 000 Beschäftigten kommen höhere Anforderungen zu. Um auf Entlassungen zu verzichten, verlangt Personalvorstand Norbert Bensel massive Zugeständnisse. Denn im Wettbewerb mit privaten Konkurrenten wie Connex will der Konzern seine Personalkosten senken. Die Mitarbeiter der Bahn sollen zur 40-Stunden-Woche zurück, ohne für die eineinhalb Stunden Mehrarbeit mehr Geld zu bekommen. Auch an Zulagen und Anrechnung von Pausen will der Vorstand heran. Heute berät die Gewerkschaft Transnet über ihr Vorgehen.<BR><BR>Auch die Politik sehen die Investmentbanker am Zuge, um Anlegern mögliche Bahn-Aktien schmackhaft zu machen. Investoren verlangten langfristige Sicherheit für den Erhalt der Strecken, ergab die Studie. Dafür könne eine "Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung" über mindestens zehn Jahre sorgen, was eine feste Zusage des Bundes von 25 Milliarden Euro bedeuten würde.<BR>

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