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Börsenneuling Lanxess schafft nur einen verhaltenen Start

- Frankfurt - Der neue Chemieriese Lanxess hat bei seinem Börsenstart eine Verschärfung seines Sparkurses angekündigt. Bei dem nach BASF und Degussa drittgrößten Chemie-Konzern in Deutschland habe die Kostenreduktion absolute Priorität, betonte der Vorstandschef der bisherigen Bayer-Sparte, Axel Heitmann, unmittelbar nach dem Handelsbeginn. "Daher stehen derzeit alle Geschäftsprozesse auf dem Prüfstand."

<P>Lanxess mit seinen 20 000 Mitarbeitern in 18 Staaten hatte sich zuvor bereits mit dem Betriebsrat über eine Reduzierung der Personalkosten um 20 Millionen Euro verständigt. Neben den bereits beschlossenen Betriebsschließungen in Goch und Marl habe der Chemiekonzern bereits mit der Verlagerung einer der weltgrößten Hydrazinhydrat-Anlagen von den USA nach China begonnen. "Das ist erst der Anfang", sagte Heitmann. <BR><BR>Der erste Kurs wurde am Montag mit 15,75 Euro festgestellt, innerhalb weniger Stunden sackte die Aktie aber auf 14 Euro ab. Trotzdem konnten sich die Bayer-Aktionäre, die für jeweils zehn Papiere eine Lanxess-Aktie erhalten hatten, am Mittag über einen Anstieg des Gesamtwertes um etwa 2,5 Prozent freuen.<BR>Heitmann verwies darauf, dass der Kurs der Aktie zunächst nach unten gehen könne. "Wir wissen, dass der Kurs heute, in den kommenden Tagen und Wochen aus technischen Gründen unter Druck geraten könnte." Hintergrund ist, dass viele Investoren, die sich zum Beispiel auf Pharma-Unternehmen oder Dax-Papiere konzentrieren, die zugeteilten Lanxess-Aktien abgeben müssen. Lanxess sei aber bestens für die Zukunft gerüstet. "Der erste Kurs ist nicht entscheidend", sagte Heitmann.<BR><BR>Lanxess ist das erste Unternehmen, dass in diesem Jahr an eine deutsche Börse gegangen ist. Mit der Erstnotiz von Lanxess umfasste der Dax erstmals in seiner Geschichte 31 statt 30 Werte. Diese Regelung gilt allerdings nur für einen Tag, um die Werte von Bayer und Lanxess einzeln ermitteln zu können. Ab heute wird Lanxess nicht mehr im Dax geführt. Das Unternehmen hat allerdings Chancen, bei der Index-Überprüfung im Juni in den M-Dax aufgenommen zu werden.<BR><BR>Der Name Lanxess geht auf das französische Wort lancer (in Gang bringen) und das englische Wort success (Erfolg) zurück. Bayer hatte seine Chemie-Sparte ausgegliedert, um sich besser auf das Pharma-Geschäft konzentrieren zu können. Kritiker der Aufspaltung hatten das neue Unternehmen mit seinen 17 Segmenten auch als die "Resterampe" von Bayer bezeichnet und befürchten einen Arbeitsplatzabbau. Bayer hatte den überwiegenden Teil seines Chemie-Geschäfts und ein Drittel des Polymer-Geschäfts (Kunststoffe) in Lanxess vereinigt. Die Firma erzielte in den ersten neun Monaten 2004 fünf (Vorjahr: 4,8) Milliarden Euro Umsatz.<BR><BR>Bayer-Aktien verteuerten sich bereinigt um den Abschlag für Lanxess um 1,67 Prozent auf 24,39 Euro. Lanxess wurden bei 14,84 Euro gehandelt.<BR>Verkäufe von institutionellen Anlegern hätten die Lanxess-Aktie rasch unter die Erstnotiz von 15,75 Euro gedrückt, sagten Händler.<BR></P><P> </P>

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