Börsenprophet sagt tiefen Fall vorher

- München - Joseph Granville mag es extrem. In den 80er-Jahren etwa ließ sich der amerikanische Börsenguru einmal im Sarg auf eine Vortragsbühne hieven, um dann den Tod der Aktienmärkte zu predigen. Heute mögen dem 81-Jährigen derartige Inszenierungen zu anstrengend sein. Aber für die Finanzwelt sieht er noch immer schwarz - tief schwarz. Der US-Aktienindex Dow Jones werde bis Ende des Jahres knapp ein Drittel seines jetzigen Wertes einbüßen, schreibt Granville in der aktuellen Ausgabe seines Börsenbriefs "Granville Market Letter".

<P>Diese drastische Prognose als hysterisch abzutun, wäre falsch, denn der Finanzprophet ist kein Scharlatan. In jüngeren Jahren zählte Granville gar zu den einflussreichsten Analysten der New Yorker Wall Street. Gespür für fallende Kurse bewies er, als er etwa die Talfahrten der Jahre 1976 und 2000 vorhersagte. Dabei las er nicht im Kaffeesatz, sondern stützte sich auf eine selbst entwickelte mathematische Analysetechnik.<BR><BR>Eben diese hat nun ergeben, dass es um den Dow, der die Kursentwicklung der 30 größten börsennotierten US-Unternehmen spiegelt, nicht gut steht: "Er pfeift aus dem letzten Loch", so Granville und werde bis zum Jahreswechsel um 3000 Punkte auf 7400 abstürzen. Wie alle Ansätze, das Börsengeschehen vorherzusagen, ist aber auch seine Methode keineswegs unfehlbar. So büßte Granville viel von seinem Ansehen ein, als er 1982 einen Börsencrash ankündigte, der niemals stattfand. Auch später lag er mehrmals daneben.<BR><BR>Ähnlich wird es nach Einschätzung von Reza Darius Montassé´r auch dieses Mal sein. "Ich sehe die Vorhersage nicht als realistisch an", sagt der Analyse-Experte vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. So seien die Märkte derzeit stabil und der Dow Jones in letzter Zeit nicht dynamisch gestiegen. Sollte der Index dennoch einmal derart tief fallen, wäre das nicht nur für die US-Börsen katastrophal. "Dann würden auch die europäischen Märkte in den Abgrund gezogen."</P><P> </P>

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