"Börsen-Zeitung": UniCredit ist bei HypoVereinsbank am Ziel

- München - Der größten europäischen Bankenfusion steht einem Bericht der "Börsen-Zeitung" zufolge nichts mehr im Wege. Die italienische Großbank UniCredit könne die HypoVereinsbank (HVB) wie geplant übernehmen.

Die Mindestannahmequote von 65 Prozent der HVB- Aktien ist nach Informationen der "Börsen-Zeitung" gesichert. Der Grund: Das bereits zugesagte 18,3-prozentige Paket der Münchener Rück sei nicht in den 48,6 Prozent des Grundkapitals enthalten, über die UniCredit einer Finanzanzeige zufolge bereits verfügt. Auch die zwei bayerischen Landesstiftungen, die 3,7 Prozent halten, sind in der Zählung nicht enthalten. Damit besitzt UniCredit, sobald die drei Institutionen ihre Aktien wie zugesagt einreichen, mindestens 70,6 Prozent des Grundkapitals. Die Übernahmefrist endet erst am 24. Oktober, so dass sich die Quote weiter erhöhen kann.

Sprecher von Münchener Rück und HVB kommentierten die Information nicht. Ein UniCredit-Sprecher sagte, dass abgesehen von den Landesstiftungen alle HVB-Anteilseigner keine Namens-, sondern Inhaberaktien hielten. Daher sei man nicht in der Lage, festzustellen, ob die Münchener Rück das Umtauschangebot schon angenommen habe. UniCredit sei nur die Identität der Depotbank für die eingereichten HVB-Aktien bekannt und nicht der eigentliche Aktienbesitzer.

Mit dem Überschreiten der 65-Prozent-Schwelle wird die einzige verbleibende relevante Bedingung für die Realisierung des Umtauschangebots erfüllt. Auf die kartell- und aufsichtsrechtlichen Freigaben hatte UniCredit vor kurzem weitgehend verzichtet. Nur die EU-Wettbewerbshüter sind noch gefragt, haben aber ihre Zustimmung schon durchblicken lassen. Wenn diese Bedingungen offiziell eingetreten sind, muss innerhalb von zwei Wochen ein externes Gutachten bestätigen, dass der jetzige Wert der HVB-Aktien der Bewertung eines im Sommer erstellten Gutachtens entspricht. Dann sind alle Formalien des Angebots eingetreten.

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