Bomhard will Münchener Rück profitabler machen

- München - Der neue Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard will die Profitabilität des Konzerns stärken. So sollten Handlungsspielräume eröffnet werden, um das Unternehmen auch strategisch weiterzubringen, sagte Bomhard der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe). "Der Kapitalmarkt muss uns soweit vertrauen, dass wir die Unterstützung für strategische Schritte zu attraktiven Konditionen bekommen." Die zuletzt genannte Gewinnprognose für das Gesamtjahr bekräftigte Bomhard.

Der Rückversicherer hatte eine Spanne von 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro Gewinn nach Steuern in Aussicht gestellt. "Die Spanne gilt nach wie vor und wir sind gut unterwegs", sagte Bomhard. Im vierten Quartal habe es bisher wenig Schäden durch Naturkatastrophen gegeben. Im kommenden Jahr wolle die Münchener Rück eine Rentabilität von zwölf Prozent auf das Eigenkapital nach internationalen Rechnungslegungsstandards erreichen.<BR><BR>Für die Beteiligungen der Münchener Rück am Versicherer Allianz und an der HypoVereinsbank (HVB) deutete Bomhard eine Absenkung an. Der Anteil an der Allianz liege derzeit bei unter zehn Prozent. "Wo er in einem Jahr steht, weiß ich jetzt nicht. Aber tiefer als heute, vermute ich", sagte der Münchener-Rück-Chef. An der HVB hält das Unternehmen gut 18 Prozent. "An dem Vertriebskanal HVB sind wir aus strategischen Gründen weiterhin in hohem Maße interessiert. Dazu brauchen wir aber die Beteiligung nicht in dieser Höhe."<BR><BR>Die Umstrukturierung der Erstversicherung innerhalb von Ergo laufe "sehr gut, aber da gibt es noch einiges nachzuarbeiten". Es sei allerdings nicht daran gedacht, in das operative Geschäft der Düsseldorfer Erstversicherungsgruppe einzugreifen. Ergo bleibe Bestandteil des Konzerns. Eine Akquisition im Bereich Erstversicherung sei ohne weiteres vorstellbar. "Wir sind in Deutschland gut aufgestellt, aber um Deutschland herum ist alles denkbar." An der Winterthur-Versicherung bestehe allerdings kein Interesse. "Wenn wir die hätten kaufen wollen, hätten wir es schon gemacht", sagte Bomhard.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Folgen eines Rückruf-Desasters: Takata meldet Insolvenz an
Dramatischer Sturz eines japanischen Traditionskonzerns: Nach Millionen Rückrufen meldet der Airbag-Hersteller Takata Insolvenz an. Rettung soll aus China und den USA …
Folgen eines Rückruf-Desasters: Takata meldet Insolvenz an
Neuer Prozess um Kündigungsklausel einer Bausparkasse
Das klassische Geschäftsmodell der Bausparkassen funktioniert wegen der extrem niedrigen Zinsen nicht mehr. Darf die Badenia Kündigungsklauseln verwenden, mit denen sie …
Neuer Prozess um Kündigungsklausel einer Bausparkasse
Italien stellt weitere Milliarden für Pleite-Banken bereit
Milliarden hat der italienische Staat bereits in marode Geldhäuser gesteckt. Die Europäische Zentralbank hat nun genug - und trifft eine wichtige Entscheidung. Ein Plan …
Italien stellt weitere Milliarden für Pleite-Banken bereit
Autozulieferer Takata meldet Insolvenz an
Es ist eine der größten Insolvenzen der japanischen Wirtschaftsgeschichte. Nach einer Skandalserie um defekte Airbags zieht der 84 Jahre alte Konzern Takata die …
Autozulieferer Takata meldet Insolvenz an

Kommentare