Boom beim mobilen Internet und am Breitbandmarkt

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Bonn (dpa) - Die mobilen Datendienste in Deutschland kommen acht Jahre nach der spektakulären milliardenschweren Versteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen richtig in Schwung.

Die oft als Flop bezeichnete Technik habe sich inzwischen zu einem Wachstumstreiber auf dem Telekommunikationsmarkt entwickelt, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresberichtes in Bonn. Inzwischen seien 8,7 Millionen UMTS-fähige Handys und Notebook-Karten im Umlauf, mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2005. Gleichzeitig machten die Kunden die Erfahrung, dass die mobilen Datendienste immer günstiger zu haben seien.

Kurth appellierte an die Anbieter, "das Wachstumspotenzial durch verbraucherfreundliche Angebote und Tariftransparenz anzufeuern". Im vergangenen Jahr verdoppelte sich das Datenvolumen, das mobil übertragen wurde, auf 1,7 Milliarden Gigabyte. Zu der Entwicklung hätten auch die Netzabdeckung von 80 Prozent sowie die höheren Übertragungsgeschwindigkeiten beigetragen. Auch bei den Handytelefonaten sei das Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Ende 2007 waren 97 Millionen Mobilfunkkarten im Umlauf. Das Volumen der Gesprächsminuten kletterte um 20 Prozent.

Auch bei den sogenannten Terminierungsentgelten sieht Kurth noch Luft nach unten, ohne sich genauer festlegen zu wollen. Diese Beträge werden für das Weiterleiten von Mobilfunkgesprächen in andere Netze fällig. Bei den vier Anbietern liege sie derzeit zwischen 8,78 Cent je Minute und 9,94 Cent. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig prüft seit Mittwoch eine Klage der Mobilfunkanbieter gegen die staatlich verordneten Entgelte. Es war zunächst offen, wann das Gericht eine Entscheidung trifft.

Im Festnetz sieht die Bundesnetzagentur den Breitbandmarkt weiterhin als den Wachstumstreiber. Mit fast 20 Millionen DSL- Anschlüssen, einem Zuwachs von 5 Millionen gegenüber 2006, sei Deutschland im vergangenen Jahr Spitzenreiter in Europa gewesen. Mehr als die Hälfte der neuen Anschlüsse sei von den Konkurrenten der Deutschen Telekom geschaltet worden. Im Zuge des Breitbandwachstums kletterte die Zahl der Nutzer von Internet-Telefonie auf 3,9 Millionen.

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