Im Boom gehen tausende Stellen verloren

- München - Obwohl das Geschäft mit elektronischen Bauelementen boomt, gehen in der Branche tausende Arbeitsplätze in Deutschland verloren. Neben Großunternehmen, die seit Jahren in Asien aktiv sind, werden heuer - begünstigt durch die EU-Erweiterung - zunehmend Mittelständler Stellen nach Osteuropa verlagern, sagte Peter Bauer, Vorstandsmitglied von Infineon und Vorsitzender des Fachverbandes Bauelemente der Branchen-Organisation ZVEI.

<P>18 Milliarden Euro werden heuer in der Bundesrepublik mit den Elektronik-Teilen verdient, die in Autos, Mobiltelefonen, Computern und Fernsehern enthalten sind. Damit wächst der Markt, in dem etwa die Münchner Technik-Konzerne Infineon und Epcos tätig sind, nach Einschätzung des ZVEI um gut sieben Prozent. Die Aufwärtsentwicklung werde sich auch 2005 fortsetzen. Erst im zweiten Halbjahr sei dann eine Abschwächung zu erwarten, ehe 2006 mit dem nächsten Abschwung in dem zyklischen Geschäft gerechnet wird.<BR><BR>"Positive Impulse für den Inlandsmarkt kommen aus allen wichtigen Abnehmersegmenten", sagte Bauer. Trotzdem sank die Zahl der Beschäftigten in der Branche 2003 gegenüber dem Vorjahr um rund 3000 auf etwa 75 000. "Wir gehen davon aus, dass sich der Trend fortsetzt", erklärte Bauer. Verglichen mit den USA oder anderen Ländern Europas halte sich die Branche in Deutschland aber gut. "Die Kfz-Elektronik ist unsere Bank." Die Automobilindustrie ist der wichtigste Abnehmer von elektronischen Bauelementen. Ob ABS oder Stabilitäts-Systeme - der Anteil der Elektronik im Auto wächst. 2003 kaufte die Automobilbranche für 5,75 Milliarden Euro in Deutschland Bauelemente. Während die Unterhaltungselektronik größtenteils nach Asien abgewandert sei und die Telekommunikation derzeit nachziehe, sei die Kfz-Elektronik "nicht so volatil und abwanderungsgefährdet". Auch bei der Industrie-Elektronik sieht Bauer Perspektiven für deutsche Unternehmen. Dieser Bereich ist mit einem Volumen von 2,9 Milliarden Euro der viertgrößte Abnehmer für die deutschen Bauelemente-Hersteller.<BR><BR>Dauerhaft müsse aber die Innovationskraft gestärkt und in Qualität investiert werden, wenn man im Wettbewerb mithalten wolle. Bauer plädierte für eine stärkere Unterstützung der entsprechenden Studiengänge. Nur so könne eine Systemkompetenz in Deutschland geschaffen werden, die der Abwanderungs-Tendenz entgegenwirkt.<BR><BR></P>

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