Borletti legt neues Angebot für Karstadt vor

Essen - Kurz vor der entscheidenden Gläubigersitzung des Karstadt-Vermieters Highstreet hat der italienische Warenhausbetreiber Maurizio Borletti ein neues Angebot vorgelegt.

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Der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas , bestätigte am Freitag auf Anfrage einen entsprechenden Eingang. Zu weiteren Einzelheiten wollte er jedoch keine Stellung nehmen. “Es war auf den ersten Blick so spärlich, wir hätten es fast übersehen“, sagte Schulz.

Nach Angaben eines Borletti-Sprechers ist das Angebot in den Eckpunkten unverändert geblieben. Weiterhin werde ein Kaufpreis für Karstadt von 100 Millionen Euro geboten. Verändert worden seien lediglich einige technische Details.

Im Rennen um Karstadt hat der Investor Nicolas Berggruen bereits Anfang Juni einen Kaufvertrag für die Warenhauskette unterzeichnet. Damit der Kaufvertrag gültig wird, muss er sich jedoch bis zum Donnerstag kommender Woche mit dem Karstadt-Vermieter-Konsortium Highstreet über die von ihm geforderten Mietsenkungen geeinigt haben. Erst nach Abschluss des offiziellen Bieterverfahrens hatte Borletti im August ein erstes Angebot abgegeben. Insolvenzverwalter Görg hatte der Borletti-Offerte eine Absage erteilt.

Deutsche Bank bekräftigt Unterstützung Berggruens

“Wir werden die Lösung Berggruen weiterhin konstruktiv unterstützen, denn sie erscheint uns derzeit als die sicherste für Karstadt“, sagte Konzernvorstand Jürgen Fitschen der “Welt“ (Samstagausgabe). “Uns geht es nur um eines, und zwar die Sicherheit dieser Transaktion zugunsten von Karstadt.“ Berggruen hatte dem Frankfurter Kreditinstitut zuletzt vorgeworfen, den lange nach Abschluss des eigentlichen Bieterprozesses als Interessent aufgetretenen italienischen Warenhausbetreiber Maurizio Borletti zu unterstützen. “Ich kann nicht überblicken, welche kommerziellen Interessen Borletti und die Deutsche Bank verfolgen. Ich kann nur sagen, die spielen mit dem Feuer und der Zukunft von Karstadt“, sagte der Amerikaner der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Der Hintergrund: Die DB Rreef, eine Immobilientochter der Deutschen Bank, warb in einem Gespräch mit Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg für Berggruens Gegner Borletti. Die DB Rreef dominiert das Karstadt-Vermieterkonsortium Highstreet als Großaktionär gemeinsam mit der Investmentbank Goldman Sachs. Fitschen bezeichnete die Aussagen Berggruens dem Zeitungsbericht nach als “unverantwortlich“. “Ich weise sie in aller Schärfe zurück. Nach den zahlreichen Gesprächen, die wir miteinander hatten, muss Herr Berggruen wissen, dass es anders ist, als er gesagt hat“, erklärte der Bankvorstand.

Nach Überzeugung von Fitschen werden sich Berggruen und die verschiedenen Investorengruppen einigen. Insolvenzverwalter Görg habe dem Investor seines Wissens nach bei den Verhandlungen Exklusivität zugesichert. “Das heißt: Wenn sich nicht alle Beteiligten mit Berggruen einigen, könnte die Gefahr wachsen, dass es nicht mehr zu einer für alle Seiten akzeptablen Lösung kommt“, erklärte Fitschen im “Welt“-Interview. Daran ändere voraussichtlich auch ein nachgebessertes Angebot von Borletti nichts. “Es könnte durchaus sein, dass Borlettis Angebot besser ist. Daher ist es sehr bedauerlich, dass es erst so spät gekommen ist“, sagte der DB-Vorstand.

dpa/apn

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