Borussia Dortmund: Rettung vor Insolvenz in der Nachspielzeit

- Düsseldorf - Borussia Dortmund hat die drohende Insolvenz in letzter Minute abgewendet. Die Haupteigentümer des Dortmunder Westfalenstadions stimmten dem Sanierungskonzept des Fußball-Bundesligisten nach stundenlangen Debatten und mehreren Verzögerungen. Nach hektischem Auf und Ab im Tagesverlauf schloss die BVB-Aktie fast zehn Prozent im Plus.

<P>Auf einer außerordentlichen Versammlung des Stadionfonds Molsiris in Düsseldorf votierten 94,42 Prozent des vertretenen Kapitals für den BVB-Antrag. Dieser sieht einen Teilrückkauf der WM-Arena durch die Borussia sowie die Stundung der Mietzahlungen für die Jahre 2005 und 2006 vor. "So einen Tag möchte ich nicht noch einmal erleben. Es war das Schlimmste, was ich bisher durchgemacht habe", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball.</P><P>Nur rund 500 der 5800 Anleger des Immobilienfonds nahmen nach Angaben von Commerzbank-Sprecher Peter Pietsch persönlich an der Krisensitzung teil. Doch sei die notwendige Anwesenheitsquote von 15 Prozent des Kapitals deutlich übertroffen worden. Insgesamt seien rund 75 Prozent des Kapitals anwesend gewesen, hieß es später. Zu Beginn der Veranstaltung hatte Wirtschaftsprüfer Jochen Rölfs nach Angaben von Teilnehmern mehr als 90 Minuten lang das Sanierungskonzept für den BVB dargelegt. Danach nutzten zahlreiche Anleger die Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Abstimmung hatte sich deswegen um mehr als eine Stunde verzögert.</P><P>Die Entscheidung verschafft der börsennotierten Borussia Dortmund GmbH & Co. KG aA den dringend benötigten finanziellen Spielraum. Mit Hilfe eines von den Anlegern freigegebenen Depots in Höhe von 52 Millionen Euro, das ursprünglich für den Rückerwerb des Stadions im Jahr 2017 festgelegt war, will das finanziell angeschlagene Fußball-Unternehmen Sanierungspläne realisieren. Für 42 Millionen Euro sollen 42,8 Prozent der Stadionanteile zurückgekauft werden, für die restlichen Anteile vier Prozent Zinsen an die Fondszeichner gezahlt werden. Die verbliebenen 9 Millionen aus dem Depot sollen zur Sicherung der Liquidität verwendet werden.</P><P>Damit hat der BVB auf dem Weg zur Sanierung einen weiteren wichtigen Etappensieg errungen. Bereits am 18. Februar hatten 67 Gläubiger dem Sanierungskonzept zugestimmt. Übersteht der Verein nun auch noch das Lizenzierungsverfahren der Deutschen Fußball Liga (DFL), ist das Überleben des Clubs vorerst gesichert. Die DFL interessiert sich besonders für die Zahlungsfähigkeit der Borussia. Die Lizenzunterlagen müssen heute bis 14 Uhr bei der DFL eingegangen sein.</P><P>Der Sanierungsbeauftragte der Borussia, Wirtschaftsprüfer Jochen Rölfs, gab außerdem bekannt, dass ein Finanzier für den Ausbau des Westfalenstadions zum WM-Standort gefunden sei. Dieser sei bereit, sich mit 10,3 Millionen Euro zu engagieren. Vier bis fünf Millionen Euro sollen in das Stadion investiert werden, um es WM-gerecht zu machen. Für sechs Millionen Euro soll zudem ein Trainingszentrum in Dortmund-Brakel entstehen. Die BVB-Aktie notierte im Tagesverlauf zwischen zwei Prozent im Minus und knapp zehn Prozent im Plus. Zum Schluss des Xetra-Handels stand sie bei 2,66 Euro - ein Plus von 9,92 Prozent.</P>

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