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Bosch hatte die Trennung vom Bereich Starter und Generatoren (SG) bereits 2015 eingeleitet. Foto: Franziska Kraufmann

Traditionsgeschäft

Bosch verkauft seine Anlasser-Sparte nach China

Die Suche nach einem Käufer dauerte lange, nun hat der Technologiekonzern Bosch Nägel mit Köpfen gemacht: Die Anlasser-Sparte wechselt den Eigentümer. Die neuen Chefs sprechen Mandarin.

Gerlingen/Hildesheim (dpa) - Die traditionsreiche Anlasser-Sparte des Autozulieferers Bosch wird nach China verkauft. Ein entsprechender Vertrag mit einem asiatischen Konsortium sei unterzeichnet worden, teilte Bosch mit.

Die Käufer sind der Zulieferer ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) und die Investmentfirma China Renaissance Capital Investment als Kapitalgeber. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstag) darüber berichtet. Der Kaufpreis lag nach Angaben des Konsortiums bei 545 Millionen Euro.

Bosch hatte die Trennung vom Bereich Starter und Generatoren (SG) bereits 2015 eingeleitet. Zunächst war ein Kooperationsmodell mit einer anderen Firma denkbar, nun kommt es zur kompletten Trennung. Die Tochter hat knapp 7000 Mitarbeiter, davon gut 1000 in Deutschland. Nach vielen Verlustjahren schrieb sie 2015 wieder Gewinne.

Sicher ist der Deal aber noch nicht. Für die Gültigkeit fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Wettbewerbsbedenken dürfte es aber nicht geben - zwar stellt ZMJ ebenfalls Starter und Generatoren her, gehört aber nicht zu den Branchengrößen wie Denso aus Japan und Valeo aus Frankreich. ZMJ ist vor allem in Asien tätig und Bosch mit SG vor allem in Europa. Außerdem muss jeder SG-Mitarbeiter in Deutschland seinem Wechsel unter das Dach der Neu-Eigentümer zustimmen: Er kann entscheiden, beim Mutterkonzern Bosch zu bleiben.

Sollten viele Beschäftigte den Eigentümerwechsel nicht mitmachen und somit Fachwissen verloren gehen, würde das die Attraktivität der Firma mindern - und die Chinesen könnten zurückrudern. Auch deshalb werben die möglichen Neu-Eigentümer für das Geschäft: Vertreter des Konsortiums stellten sich am Dienstag Fragen der Belegschaft in der Firmenzentrale Schwieberdingen bei Stuttgart, am Mittwoch wollen sie im Werk im niedersächsischen Hildesheim auftreten. Die Käufer wollen alle Bosch-Mitarbeiter übernehmen.

Bosch hatte den Verkauf damit begründet, man sei in der Sparte zu klein, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. ZMJ-Chef Chengyao Jiao sagte, man freue sich darauf, "das Geschäft mit dem bestehenden Managementteam in den schnell wachsenden, aufstrebenden Märkten auszubauen". Durch die bessere regionale Aufstellung, vor allem in Asien, könne das SG-Geschäft "nachhaltig und profitabel" ausgebaut werden. Die Anlasser-Sparte hat Tradition. Bosch präsentierte im Jahr 1914 den ersten elektrischen Anlasser für Autos.

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