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Bosch München: Betriebsrat legt Konzept zur Rettung vor - So viele Arbeitsplätze könnten erhalten bleiben

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Von: Thomas Schmidtutz

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Bosch: Der weltgrößte Autozulieferer will sein Werk in München schließen. Mit einem Alternativ-Konzept will der Betriebsrat den Konzern jetzt zum Einlenken bewegen.
Bosch: Der weltgrößte Autozulieferer will sein Werk in München schließen. Mit einem Alternativ-Konzept will der Betriebsrat den Konzern jetzt zum Einlenken bewegen. © Christoph Schmidt/dpa

Der Autozulieferer Bosch prüft die Schließung des Werks in München. Das will der Betriebsrat verhindern - und legt ein eigenes Konzept zur Rettung des traditionsreichen Standorts vor.

München – Ins Ringen um die Zukunft des von Schließung bedrohten Bosch-Standorts in München könnte jetzt Bewegung kommen. Der Betriebsrat des Werks im Münchner Stadtteil Berg am Laim hat gemeinsam mit dem gewerkschaftsnahen Info-Institut aus Saarbrücken einen Plan zur Rettung des Standorts entwickelt. „Wir werden dem Unternehmen unser Alternativ-Konzept für die Zukunft von München in den nächsten Wochen vorlegen, voraussichtlich bis Ende Oktober“, kündigte der Münchner Betriebsvorsitzende Giuseppe Ciccone am Montag gegenüber Merkur.de an.

Ciccone zufolge zielen die Vorschläge im Kern auf den vollständigen Erhalt des Standorts München einschließlich der bestehenden Fertigung und Montage von Einspritzpumpen und Ventilen. Verschiedene Dienstleistungen wolle man sich aber künftig mit dem Bosch Werk in Nürnberg teilen, sagte Ciccone. So könne der Werkleiter in Nürnberg auch weiterhin den Standort München führen.

Bosch München: Alternativ-Konzept soll Bestand des Werks sichern

Auch bei der Anzahl der Beschäftigten sieht das Alternativ-Konzept Zugeständnisse vor. Danach sollen in München künftig rund 200 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Aktuell beschäftigt der weltweit größte Autozulieferer in seinem Werk in der bayerischen Landeshauptstadt noch rund 250 Mitarbeiter.

In den kommenden Tagen werde man das Papier noch dem Gesamtbetriebsrat sowie der IG Metall vorstellen und die letzten Details festzurren. Dann wolle man das Konzept der Leitung des zuständigen Geschäftsbereichs von Powertrain Solutions vorstellen.

Bosch Werk in München steht seit längerem auf der Kippe

Konzern-intern steht das Werk im Münchner Osten seit längerem auf der Kippe. Bereits im vergangenen Juli hatte die Werkleitung die Beschäftigten auf tiefgreifende Einschnitte vorbereitet. Die „bereits bestehenden Überkapazitäten in München“ würden sich noch verstärken und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts weiter schwächen“, hatten die kaufmännische Werkleiterin Jana Mischke und ihr Kollege Jörg Luntz die Mitarbeiter in einem internen Rundschreiben gewarnt. Zur Begründung verwies die Unternehmensleitung auf den anhaltenden Wandel der Automobil-Branche vom Verbrenner zu alternativen Antrieben.

Angesichts dieser Ausgangslage habe man mehrere Alternativen geprüft, hieß es. Ein Szenario sieht die vollständige Verlagerung der Fertigung und Montage der Kraftstoffpumpen ins Bosch Werk im brasilianischen Campinas vor. „Wirtschaftlich noch darstellbar“ sei auch eine Verlagerung der Pumpenfertigung nach Nürnberg und Budweis, hieß es. Die Einspritzventile sollen in beiden Szenarien künftig im Bosch Werk in Hallein in Österreich gebaut und montiert werden. Der ebenfalls geprüfte Verbleib der Pumpen- und Ventil-Fertigung in München „als verlängerter Werkbank für Nürnberg“ sei „jedoch unwirtschaftlich“, heißt es in dem Schreiben.

Betriebsrat und IG Metall haben bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt und gehen nun mit ihren eigenen Vorschlägen in die Offensive: Mit dem Alternativ-Konzept, versprach Ciccone am Montag gegenüber Merkur.de, werde man „die Zukunft des Standorts auch langfristig sichern können“.

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