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"Ein Verlust des Diesels (im Verkehr) hätte erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung bei Bosch", warnte Bosch-Chef Denner. Foto: Franziska Kraufmann

Gute Unternehmenszahlen

Diesel-Fahrverbote: Bosch-Chef warnt vor "Kurzschluss"

Wer ein Dieselauto fährt, ist zumindest indirekt häufig auch ein Bosch-Kunde. Denn der Konzern stellt Teile für Einspritzsysteme und zur Abgasnachbehandlung her. Der Diesel ist enorm wichtig für das Unternehmen - und das dürfte erst einmal so bleiben.

Renningen (dpa) - Drohende Diesel-Fahrverbote stoßen beim Autozulieferer Bosch auf scharfe Kritik. Solche Maßnahmen wären ein nicht auf Tatsachen gegründeter "Kurzschluss", der schädlich für Arbeitsplätze und den Handel wäre, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner in Renningen bei Stuttgart.

Deutschland könnte seine Klimaschutz-Ziele ohne Dieselautos wohl nicht einhalten - schließlich sei ihr CO2-Ausstoß relativ gering. Rund 50 000 der weltweit 390 000 Arbeitsplätze bei Bosch hängen vom Diesel ab, davon etwa 15 000 in Deutschland. "Ein Verlust des Diesels (im Verkehr) hätte erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung bei Bosch", warnte Denner.

Der für den Kfz-Bereich zuständige Spartenchef Rolf Bulander antwortete auf die Frage nach konkreten Auswirkungen auf die Personalplanung, man sei in einer "sehr kippligen Situation". Zwar sei der Dieselbedarf zum Beispiel für den chinesischen Nutzfahrzeug-Markt sehr hoch, wodurch die Werke "relativ gut ausgelastet" seien. Das dürfte sich im zweiten Halbjahr aber ändern.

In Stuttgart und anderen deutschen Städten bahnen sich zeitlich begrenzte Fahrverbote für Dieselautos an, um die Luftverschmutzung zu senken. Denner hält davon wenig. Es sei zwar "das gute Recht der Politik, Emissionsnormen zu verschärfen". Dabei dürfe sie die Dieseltechnologie aber nicht "verteufeln". Ähnlich äußerte sich am Donnerstag auch BMW-Chef Harald Krüger.

Bosch befindet sich im Wandel - neue Geschäftsfelder wie autonomes Fahren, künstliche Intelligenz und Elektromobilität werden gestärkt. Man sei hier auf einem guten Weg, sagte Denner. Aber: "Die Umstellung vom klassischen Verbrenner auf Elektromobilität darf nicht passieren, indem eine Technologie praktisch vom Markt verbannt wird."

Der schwäbische Konzern hat einen guten Jahresauftakt hinter sich, der Umsatz stieg den Angaben zufolge um 12 Prozent. Eine absolute Quartalszahl gab Bosch wie üblich nicht bekannt. Zum Vergleich: Im Gesamtjahr 2016 erhöhten sich die Erlöse um 3,6 Prozent auf 73,1 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte wirkten sich negativ aus - in lokalen Währungen gerechnet, gelang ein Plus von 5,5 Prozent.

Für 2017 rechnet Bosch trotz des positiven Auftakts nur mit einem Euro-Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent. Grund: verhaltene Konjunkturaussichten und geopolitische Unsicherheiten. Gemeint sind zum Beispiel Folgen durch den Brexit und mögliche US-Importschranken.

Das Betriebsergebnis sank um 300 Millionen Euro auf 4,3 Milliarden Euro, die operative Rendite - also dieser Wert im Verhältnis zum Umsatz - fiel von 6,5 auf 5,8 Prozent. Dass Bosch zuletzt etwas weniger profitabel wirtschaftete, lag auch an hohen Investitionen in Werke und in die Forschung. Es gilt weiter das Ziel, mindestens 7 Prozent Rendite zu erzielen.

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