Botschafter Liechtenstein: Keine Mithilfe bei Steuerhinterziehung

Berlin - Der liechtensteinische Botschafter in Deutschland, Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, hat Verständnis für die Reaktionen auf die jüngste Steueraffäre geäußert. Gleichzeitig verteidigte er das Steuersystem in Liechtenstein.

"Ich verstehe persönlich teilweise die Emotionen, die hier teilweise hochgehen", sagte der Botschafter am Montag im Interview mit dem Audiodienst der Deutschen Presse-Agentur dpa. Liechtensteins Regierungschef Otmar Hasler werde bei seinem Besuch am Dienstag und Mittwoch in Berlin darauf hinweisen, "dass wir uns wirklich Mühe geben wollen, mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten, soweit es die Gesetze und Abkommen ermöglichen, die wir unterzeichnet haben".

Der Botschafter verteidigte gleichzeitig das Liechtensteiner Steuersystem. Man fühle sich in keiner Weise als Mithelfer für Steuerhinterziehung durch ausländische Staatsbürger, "und diesen Vorwurf, der von Zeit zu Zeit gemacht wird, den möchte ich auch wirklich zurückweisen".

Die Deutsche Steuergewerkschaft hatte Liechtenstein aufgefordert, bei der Aufklärung der Affäre um Post-Chef Klaus Zumwinkel eng mit den deutschen Ermittlern zusammenzuarbeiten und Steuerschlupflöcher zu schließen. Mit Blick auf das deutsch-liechtensteinische Regierungstreffen am Mittwoch in Berlin sagte Gewerkschaftschef Dieter Ondracek im Bayerischen Rundfunk, Kanzlerin Angela Merkel müsse dem liechtensteinischen Regierungschef deutlich machen, dass das ein Störfaktor in der Europäischen Gemeinschaft sei. Auch ein kleiner Staat wie Liechtenstein, selbst wenn er formal nicht EU-Mitglied sei, lebe immerhin von der Europäischen Union (EU) und müsse deswegen kooperativ sein.

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