Brachliegendes Kapital: Wie die Mietkaution mehr Zinsen abwirft

- Die Mietkaution ist für den Vermieter eine Absicherung und für den Mieter meist brachliegendes Kapital. Die Kaution kann aber auch gewinnbringend angelegt werden - und davon profitieren beide Seiten.

Das Prinzip

Ein Vermieter kann von seinem Mieter eine Kaution verlangen. Diese fungiert als Sicherheit: Bleibt der Mieter Zahlungen schuldig, kann der Vermieter auf die Kaution zurückgreifen. Ansonsten erhält der Mieter das Geld zurück, wenn er auszieht.

Die Höhe

Die Kaution darf höchstens drei Nettomonatsmieten (die Miete ohne Nebenkosten) betragen. Der Mieter kann sie in drei gleichen Raten aufbringen, wobei die erste mit Beginn des Mietverhältnisses fällig wird.

Die Anlage

Für die Anlage der Mietkaution sind drei Modelle gebräuchlich:

1. Der Vermieter legt das Geld an. In diesem Fall überweist der Mieter die Kaution auf ein Konto, das der Vermieter eröffnet und das einen entsprechenden Kautions-Vermerk enthält. Dieses muss getrennt vom eigenen Vermögen des Vermieters sein - schließlich ist die Kaution Eigentum des Mieters. Außerdem hat der Mieter Anspruch auf eine Verzinsung - mindestens in der Höhe, die für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblich ist. Dies ist Sparbuch-Niveau. Allerdings kann weder der Mieter für dieses Konto einen Freistellungsauftrag erteilen - denn er ist nicht Kontoinhaber -, noch der Vermieter - denn ihm gehört das Geld nicht. Damit müssen die spärlichen Zinserträge auch noch versteuert werden.

2. Deshalb bietet sich an, dass der Mieter die Kaution anlegt und an den Vermieter verpfändet. Das hat den Vorteil, dass der Mieter einen Freistellungsauftrag für die Zinserträge stellen kann. Viele Banken bieten zu diesem Zweck Mietkautionskonten an, die meist auf einem Sparbuch beruhen. Die Kündigungsfrist beträgt hier in der Regel drei Monate. Doch bei den Konditionen gibt es erhebliche Unterschiede (siehe Tabelle unten).

"Die Banken reißen sich nicht gerade um dieses Geschäft", erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Die meisten Filialbanken bieten derzeit nur einen Zins von 0,5 Prozent - weniger als die Inflationsrate. Und das bedeutet: Das Geld des Mieters - und damit die Sicherheit des Vermieters - schrumpft mit der Zeit. Die Postbank bietet gar keine Mietkautionskonten an. Dasselbe gilt auch für die meisten Direktbanken, die sonst mit ihren Anlage-Konditionen werben: 1822direkt, Ing-Diba, CC-Bank, Comdirect - sie alle passen beim Thema Mietkaution.

Eine Ausnahme ist die Umweltbank. Das Nürnberger Institut (www.umweltbank.de) bietet sein "Umweltsparbuch" auch als Mietkautionskonto an. Hier erhält der Anleger rund viermal so viel Zinsen wie bei den Filialbanken - nämlich 1,85 Prozent. Wird innerhalb des Jahres keine Abhebung vorgenommen - dies ist bei einer langfristig angelegten Mietkaution meist der Fall - gibt es sogar 2,1 Prozent Zinsen. Nebeneffekt: Die Umweltbank garantiert, dass die angelegten Gelder ausschließlich zur Finanzierung von Öko-Projekten - etwa Windkraftanlagen - genutzt werden.

Mietkautionskonten im Vergleich

Bank

Verzinsung im Jahr

Kontogebühren

Commerzbank

0,50 Prozent

Keine

Deutsche Bank

0,50 Prozent

15,30 Euro bei Eröffnung

Dresdner Bank

0,50 Prozent (1)

Keine

GE Money Bank

0,75 Prozent (2)

Keine

HypoVereinsbank

0,50 Prozent

20,00 Euro bei Eröffnung

Münchner Bank

0,50 Prozent

Keine

Stadtsparkasse München

0,50 Prozent

Keine

Umweltbank

2,10 Prozent (3)

Keine

(1) Bei Anlagesumme bis 5000 Euro; bei größeren Beträgen höhere Verzinsung möglich

(2) Bei Anlagesumme bis 2500 Euro; bei größeren Beträgen höhere Verzinsung möglich

(3) Wenn innerhalb des Jahres keine Abhebung erfolgt, sonst 1,85 Prozent

3. Die dritte - aber weit seltener gewählte - Variante ist eine Bankbürgschaft, auch Mietaval genannt. Hier lässt sich der Mieter für die Kautionssumme eine Bürgschaft der Bank ausstellen. Und das kostet. Die Konditionen dafür hängen - wie bei einem Kredit - von den individuellen Sicherheiten ab. Bei der Stadtsparkasse München etwa muss der Mieter mindestens ein Prozent der Bürgschaftssumme pro Jahr zahlen. Bei der Commerzbank sind es bis zu einer Summe von 10 000 Euro mindestens 3,5 Prozent. Ein solches Mietaval lohnt also nur für den, der glaubt, die Kosten für die Bürgschaft dadurch reinholen zu können, dass er den Kautionsbetrag weit rentabler anlegen kann als auf einem herkömmlichen Mietkautionskonto.

Die Alternativen

Grundsätzlich sind Mieter und Vermieter frei, die Kaution auch in höher verzinste Anlagen - Sparbriefe, Anleihen oder Aktien - zu investieren. Voraussetzung: Beide Parteien müssen einverstanden sein. Doch das klappt selten, berichtet Mieterbund-Experte Ropertz: "Der Vermieter möchte im Notfall auch kurzfristig auf das Geld zugreifen können. Das steht aber in der Regel im Widerspruch mit höher verzinsten Anlagen."

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