Brand und Einbruch: Wann Hausratsversicherung zahlt

Das sollte man wissen: - Millionenfach entstehen jedes Jahr Schäden in den eigenen vier Wänden: durch Brand, durch Einbruch oder Wasser. 440 000-mal wurden (im zuletzt erfassten Jahr) 2005 Einbruchschäden und 540 000-mal Feuerschäden reguliert, teilte der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft mit. Dazu kommen 230 000 Fälle von Leitungswasserschäden.

Insgesamt trugen die Hausratversicherungen im Wert von 1,175 Milliarden Euro Schäden. Und so funktioniert die Hausratversicherung:

Was versichert ist

Die Hausratversicherung ersetzt Schäden, die der Versicherte selbst erleidet. Sie umfasst alle Gegenstände im Haus: Möbel, Geräte, Teppiche, Wäsche, Vorräte, Wertsachen usw. Die Schäden können durch Brand, Einbruch, Raub ­ auch im Urlaub ­, Vandalismus, Leitungswasser, Blitzschlag, Explosionen, Hagel oder Sturm ab Windstärke acht entstanden sein. Die Hausratversicherung erstattet generell die Wiederanschaffungskosten.

Was nicht versichert ist

Nicht versichert ist einfacher Diebstahl. Wer also die Balkontür offen lässt und somit dem Dieb ermöglicht, dass er ohne Gewaltanwendung in die Wohnung gelangt, handelt grob fahrlässig und bleibt auf seinem Schaden sitzen.

Auch Hochwasserschäden deckt eine Hausratversicherung nicht. Dazu müsste zusätzlich eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen werden.

Auch Brandschäden ohne Flamme, wie zum Beispiel ein Schwelbrand oder ein mit dem Bügeleisen versengter Teppich werden nicht erstattet.

Höhe der Versicherung

Wichtig ist, dass die Versicherungssumme auch dem tatsächlichen Wert der Wohnungseinrichtung entspricht. Um diesen korrekt zu ermitteln, gibt es einen etwas mühsamen Weg. "Man geht die Wohnung von vorne links bis hinten rechts durch und listet alles auf, was tatsächlich vorhanden ist", sagt Hedwig Telkamp von der Verbraucherzentrale Bayern. Mit Hilfe eines Versandhauskataloges könne man dann ermitteln, was eine Wiederbeschaffung kosten würde.

Einfacher geht es, wenn man den von der Versicherung akzeptierten Richtwert von etwa 650 Euro pro Quadratmeter ansetzt. Eine 75 m2 große Wohnung ist demnach mit knapp 50 000 Euro ausreichend versichert. Einen Nachteil hat diese Methode laut Telkamp: Oft ist die Versicherungssumme höher als der tatsächliche Wert, dadurch wird unnötigerweise eine höhere Prämie bezahlt.

Wertsachen

Wertsachen wie Schmuck, Kunstgegenstände oder Antiquitäten sind meist nur bis 20 Prozent der Versicherungssumme gedeckt. Wer also teure Gemälde versichern will, muss eine entsprechend höhere Versicherungssumme wählen. Telkamp rät, Wertsachen zu dokumentieren, sprich Schmuck, Bilder zu fotografieren, Expertisen aufzuheben. Dokumente, zum Beispiel auch die Police der Hausratversicherung, gehörten in eine Metallkassette, damit sie bei einem Feuer nicht gleich verbrennen.

Kosten

Eine Hausratversicherung für eine 50-m2-Wohnung, die mit etwa 30 000 Euro Versicherungssumme ausreichend versichert sein dürfte, kostet laut Verbraucherzentrale so um die 100 Euro im Jahr. Für 100 m2 und 60 000 Euro Schutz ist mit 200 bis 250 Euro Versicherungsprämie zu rechnen. "Ganz wichtig ist, dass keine Unterversicherung besteht", betont Telkamp. Ist der Hausrat 50 000 Euro wert, aber mit nur der Hälfte versichert, muss die Versicherung auch nur die Hälfte des Schadens zahlen.

Extras

Falls nicht schon in der Hausratversicherung enthalten, ist es besonders bei mehreren und teuren Geräten wie Computer, Fernseher sinnvoll, dass Überspannungsschäden abgedeckt werden. Auch können Fahrräder preisgünstig durch die Hausratversicherung versichert werden. Glas extra zu versichern empfiehlt die Stiftung Warentest nur bei großen Flächen, etwa einem Wintergarten. Eine Selbstbeteiligung lohne sich bei der Hausratversicherung kaum.

Verhalten im Ernstfall

Bei Einbruch muss die Polizei verständigt werden. "Dem Versicherer muss man Gelegenheit geben, den Schaden zu prüfen", so Telkamp. Also das verbrannte Sofa nicht sofort entsorgen, sondern erst die Versicherung informieren und eine vollständige Liste vorlegen.

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