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In der Datenaffäre um bespitzelte Mitarbeiter musste Bahn-Chef Hartmut Mehdorn vor dem Verkehrsausschuss aussagen. „Ich bin zufrieden. Es war sehr angenehm, mich sachlich äußern zu können“, gab er anschließend zu Protokoll.

Datenaffäre bei der Bahn

Brandbrief: Mehdorn unter Druck

Berlin – Das hatte sich Bahnchef Hartmut Mehdorn sicher anders vorgestellt. Sein lange erbetener Auftritt vor dem Verkehrsausschuss des Bundestages sollte vor allem eines sein: Eine Geste, die zeigt: „Ich bin gar nicht so störrisch, ich stehe doch brav Rede und Antwort.“

Ein Auftritt, der gut fürs Image ist, aber wenig Gefahren in sich birgt. Denn der Bericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG liegt erst am 27. März vor. Erst dann gibt es vielleicht jene Fakten, auf die so viele Mehdorn-Gegner hoffen.

Ein Brandbrief der Sonderermittler Hertha-Däubler Gmelin und Gerhart Baum machte der geplanten Inszenierung allerdings einen dicken Strich durch die Rechnung. Die ehemaligen Bundesminister, eingesetzt, um gemeinsam mit der KPMG Licht ins Dunkel der Daten-Affäre zu bringen, hatten sich heftig beim Aufsichtsrat beschwert. Und das Schreiben über das Online-Portal stern.de der Öffentlichkeit zugespielt.

Die beiden Anwälte werfen der Führung des Unternehmens vor, ihre Arbeit durch „mangelhafte Kooperation“ stark zu behindern. Geforderte Akten würden nicht ausgehändigt, im gläsernen Bahnturm am Potsdamer Platz gäbe es nicht genügend Arbeitsplätze, und selbst zum Anfertigen von Kopien müsse die Erlaubnis jedesmal hart erkämpft werden.

Und damit nicht genug. Kurz nachdem Mehdorn mit 20minüter Verspätung eintraf (Begründung: Zugverspätung wegen einer Gleisbaustelle) ein weiterer Aufreger: Verschiedene Ausschussmitglieder berichteten von Vorwürfen, nach denen am 7. und 8. Februar größere Mengen an Akten vernichtet worden sind. Am 10. Februar wurde der erste Untersuchungsbericht veröffentlicht. Der grüne Verkehrspolitiker Anton Hofreiter sagte gegenüber unserer Zeitung, dass ihm und anderen Ausschussmitgliedern sowohl anonyme als auch persönliche Hinweise aus Bahnkreisen vorlägen. Genauere Angaben machte er nicht. Während Mehdorn sagte, davon wisse er nichts und er könne es sich auch nicht vorstellen, forderte Dirk Fischer, der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, eine dringende Klärung: „Diese Hinweise kann man nicht einfach vom Tisch wischen, man muss ihnen nachgehen.“

Und wie geht es jetzt weiter? Mehdorn hat versprochen, sich dem Verkehrsausschuss wieder zu stellen, wenn der Untersuchungsbericht vorliegt. Ob dann die weitere Schlüsselfigur Josef Bär dabei sein wird, der als Chef der Innenrevision am meisten wissen dürfte, ist unklar. Genauso wenig ist bekannt, wann der Ausschuss wieder tagt. Fest steht allein, dass am 27. September Bundestagswahlen sind. Und mit jedem Tag, mit dem dieser Termin näher rückt, schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass Mehdorn seinen Hut nehmen muss.

Von Ines Pohl

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