Brauer: Jede zehnte Halbe geht ins Ausland

- München - Weil in Deutschland immer weniger Bier getrunken wird, suchen Bayerns Brauer ihre Chancen zunehmend im Export. Jede zehnte bayerische Halbe ist im vergangenen Jahr ins Ausland verkauft worden, wie der Bayerische Brauerbund mitteilte. Die Quote soll weiter steigen. Der Verband erhofft sich auch für kleinere Betriebe Absatzpotenzial jenseits der deutschen Grenzen.

Im Jahr 2004 haben die Bierproduzenten im Freistaat 22,5 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das waren 1,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Ohne den Export ist der Absatz um 3,7 Prozent zurückgegangen. Mit 2,2 Millionen Hektolitern sei mehr Bier aus Bayern ins Ausland ausgeführt worden als je zuvor, teilte der Brauerbund mit. Als Hauptziele nannte der Verband Österreich, Italien, Spanien und die USA.<BR><BR>Zwar trinken die Menschen im Freistaat durchschnittlich mehr Bier als die Bewohner anderer Bundesländer. Und der bayerische Gerstensaft ist im übrigen Deutschland besonders beliebt. Doch genügt das nicht, um die Rückgänge im Gesamtmarkt aufzufangen. "Ich glaube nicht, dass der Biermarkt in Deutschland - von witterungsbedingten Schwankungen abgesehen - noch nachhaltiges Wachstumspotenzial bietet", sagte Brauer-Präsident Michael Weiß. Die demographische Entwicklung und die angespannte wirtschaftliche Situation nannte er als Gründe für die sinkende Nachfrage.<BR><BR>Trotz des starken Wettbewerbs dürfte es heuer zu Bierpreiserhöhungen kommen. Weiß erklärte, dass dies eine Entscheidung jeder einzelnen Brauerei sei. Aber er verwies darauf, dass die Kosten im vergangenen Jahr gestiegen seien. "Das Verhältnis von Preis und Qualität ist nicht auf Dauer strapazierbar."<BR><BR>Einer der Kostentreiber ist die letztjährige Änderung der Biersteuer-Mengenstaffel, die Steuervorteile kleinerer Betriebe reduziert. Der Verband hat dagegen Verfassungsbeschwerde erhoben. Derzeit befinde man sich im Stadium der Anhörung. Der Verband argumentiert damit, dass bei dem Beschluss die Beteiligungsrechte missachtet worden wären.<BR><BR>Brauer-Präsident Michael Weiß sieht auch für kleinere Unternehmen Absatzpotenzial im Ausland.

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