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Die Brauereien hoffen auf einen Bier-Boom zur Fußball-WM.

Brauereien hoffen auf Bier-Boom zur Fußball-WM

Düsseldorf - Hoffnungsträger Fußball-WM: Die seit Jahren mit Absatzrückgängen kämpfenden Brauereien setzen 2010 auf einen steigenden Bierdurst der Deutschen.

Die Lust aufs Bier werde mit der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika sicherlich angekurbelt, sagt der Sprecher des Deutschen Brauer Bundes (DBB), Marc-Oliver Huhnholz, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur DAPD. Allerdings müsse auch das Wetter mitspielen. Wenn es viel regne oder zu kalt sei, bringe auch die beste Fußball-WM nichts. So deutliche Zuwächse wie bei der WM in Deutschland vor vier Jahren sind den Brauunternehmen zufolge aber nicht zu erwarten.

Ein Großereignis im eigenen Land sei nun mal etwas ganz anderes, sagte die Sprecherin der Radeberger Gruppe. “Aber hoffen wir einfach, dass die deutsche Nationalmannschaft möglichst guten Fußball spielt und lange dabei ist.“ Im Jahr 2009 hat nicht zuletzt die Wirtschaftskrise ihre Spuren in der Bier-Branche hinterlassen - allerdings nicht so deutlich wie zunächst befürchtet, sagt Huhnholz. Bis Oktober sank der steuerpflichtige Bierabsatz um 2,8 Prozent. Im vergangenen Jahr lag das Minus bei knapp einem Prozent. “Wer wirklich gerne Bier trinkt, gönnt sich diesen Genuss auch in schwierigen Zeiten,“ sagte der Brauer-Bund-Sprecher.

Pro-Kopf-Verbrauch sinkt weiter

Zum Dauer-Problem der Branche haben sich vielmehr die demografische Entwicklung und die veränderten Trinkgewohnheiten bei den jüngeren Generationen entwickelt: Seit 1976 fiel der Pro-Kopf-Verbrauch laut Brauer-Bund von durchschnittlich rund 151 Liter Bier auf inzwischen nur nur noch gut 111 Liter. Ein Ende der Abwärtsspirale sei nicht in Sicht. Flächendeckende Preiserhöhungen dürften laut Huhnholz im nächsten Jahr angesichts des scharfen Wettbewerbs allerdings nicht auf die Verbraucher zukommen.

Branchenprimus Radeberger (DAB, Berliner Pilsener, Jever, Clausthaler), Inbev (Becks, Diebels), die Warsteiner Gruppe oder Veltins erklärten auf DAPD-Nachfrage, dies sei derzeit kein Tema. Die Rohstoffpreise seien zwar wieder angezogen. Die momentane Entwicklung der Branche gäbe das aber einfach nicht her, sagte ein Sprecher der Warsteiner Gruppe. Im abgelaufenen Jahr waren die Preise vor allem beim Fassbier für einige der bekanntesten Marken gestiegen. 2008 hatte die gesamte Branche laut Brauer-Bund die Bierpreise im Schnitt um einen Euro pro Kasten erhöht.

AP

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