Braukonzerne finden keinen Käufer

- München - Schlucken und geschluckt werden: Das scheint derzeit das Motto auf dem deutschen Brauereimarkt. Nachdem der belgische Interbrew-Konzern durch eine imposante Zahl von Zukäufen (Spaten-Franziskaner, Becks, Gilde, Diebels, Hasseröder) flugs zum größten deutschen Brauer aufstieg, scheint nun die Sache mit dem Geschluckt-werden nicht mehr ganz so einfach zu sein. Derzeit steht ein Fünftel des deutschen Brauereimarktes zum Verkauf - und findet keinen Käufer.

<P>Zuerst musste Brau und Brunnen, seines Zeichens Nummer 4 auf dem deutschen Markt, das Scheitern von Verkaufsgesprächen mit potenziellen Investoren bekannt geben. Jetzt hat auch der Zweitplatzierte am Markt, die Holsten-Gruppe, den Plan zum Verkauf aufgegeben. "Es hat sich kein Ansatz ergeben, der für das Unternehmen, die Aktionäre und die Mitarbeiter von Vorteil wäre", ließ Holsten mitteilten.</P><P>Sowohl bei Brau und Brunnen wie auch bei Holsten wurden in der Branche als Interessenten alle namhaften nationalen und vor allem internationalen Brauerei-Konzerne genannt. Bei Holsten scheint der Verkauf an Preisvorstellungen gescheitert zu sein. Im Falle Brau und Brunnen ging es wohl um unterschiedliche strategische Konzepte. Die HypoVereinsbank will als Großaktionärin von Brau und Brunnen die Tochter offenbar nur als Ganzes abgeben und nicht filetieren lassen. HVB-Chef Dieter Rampl hat zugesichert, dass es keinerlei Verkaufsdruck gebe, auch wenn man sich nicht langfristig im Braugeschäft engagieren wolle.</P><P>Die vergangenen drei Jahre unter HVB-Regie hat Brau und Brunnen genutzt, um sich für einen Investor schön zu machen. Das bedeutet auch, dass die Brauerei selbst Marken dazukauft, so zum Beispiel die Nürnberger Tucher Brauerei, die jetzt als nationale Weißbiermarke des Konzerns aufgebaut werden soll. Die Schönheitskur führte ganz nebenbei dazu, dass Brau und Brunnen mittlerweile gelassen auf einen Käufer warten kann: Der Konzern will in diesem Jahr erstmals seit 30 Jahren einen operativen Gewinn ausweisen.<BR></P>

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