+

Braunkohle: Erkelenz stoppt Umsiedlungen

Erkelenz - Aufstand im Braunkohlerevier: Die Stadt Erkelenz stoppt alle Vorbereitungen für weitere Umsiedlungen im Zuge des Braunkohleabbaus im Tagebau Garzweiler II.

Bürgermeister Peter Jansen (CDU) sagte am Freitag, angesichts der aktuellen Spekulationen über ein vorzeitiges Ende des Braunkohleabbaus sei den betroffenen Bürgern nicht zuzumuten, das Umsiedlungsverfahren fortzuführen. Der Energiekonzern RWE bekräftigte allerdings seine Entschlossenheit, am umstrittenen Tagebau festzuhalten.

In einem offenen Brief forderten alle im Rat der Stadt Erkelenz vertretenen Fraktionen die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) auf, sich in die Angelegenheit einzuschalten und Klarheit über die Zukunft des Tagebaus zu schaffen. Die Staatskanzlei teilte mit, der Brief liege noch nicht vor und ergänzte: „Staatliches Handeln kann sich nicht auf Spekulationen gründen, die auch das Unternehmen bereits dementiert hat.“

Nach wie vor müssen in der Gemeinde rund 3000 Menschen damit rechnen, Braunkohlebaggern zu weichen. Die Umsiedlung der nächsten vom Tagebau bedrohten Dörfer soll 2016 beginnen.

Ausgelöst wurde der jetzige Schritt der Gemeinde durch Medienberichte, RWE denke wegen der sinkenden Rentabilität über ein vorzeitiges Ende für die Braunkohleförderung im rheinischen Garzweiler nach. Eine RWE-Sprecherin bemühte sich am Freitag, die Zweifel der Gemeinde zu zerstreuen. „Wir halten an Garzweiler unverändert fest und werden das gegenüber der Stadt Erkelenz auch deutlich dokumentieren“, sagte sie der dpa.

Ohnehin hatte der Erkelenzer Bürgermeister eingeräumt, dass dem Widerstand der Stadt Grenzen gesetzt sind. „Das Land hat die Möglichkeit, zwangsweise anzuordnen, das wir weitermachen“, sagte Jansen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Allianz Deutschland wächst kräftig
Unterföhring (dpa) - Die Allianz legt auf ihrem deutschen Heimatmarkt kräftig zu. Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,8 …
Allianz Deutschland wächst kräftig
Kartellamt will kleine Händler vor Amazon und Co. schützen
Macht Amazon kleineren Händlern den Garaus? Das Bundeskartellamt befürchtet genau das. Deswegen will Chef Andreas Mundt nun rechtzeitig Maßnahmen ergreifen und so „die …
Kartellamt will kleine Händler vor Amazon und Co. schützen
"Suchst Du Ärger?": China verbietet schräge Firmennamen
Chinas Regierung will für Ordnung im Firmenregister sorgen. Darunter leidet nun unter anderem ein Kondomhersteller mit einem enorm langen Namen.
"Suchst Du Ärger?": China verbietet schräge Firmennamen
Verkaufspläne für Air Berlin werden konkreter
Unter hohem Zeitdruck will sich Lufthansa große Teile der Air Berlin einverleiben. Schon in der kommenden Woche könnte nach einem Bericht alles klar sein.
Verkaufspläne für Air Berlin werden konkreter

Kommentare