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Die HSBC Bank hat bereits laut darüber nachgedacht Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

Briten fürchten die Folgen

Brexit: Angst vor der Ungewissheit

Die britische Finanzwelt umfasst weit mehr als die Londoner City: 2,2 Millionen Briten arbeiten in der Branche, zwei Drittel davon außerhalb der Hauptstadt. Sie fürchten angesichts des bevorstehenden Brexit um ihre Jobs.

London - "Unternehmen werden abwandern und viele Arbeitsplätze werden verloren gehen", sagt Mohammed, Angestellter einer Versicherung, der nur seinen Vornamen nennen möchte. Er arbeitet in Spinningfields, dem Finanzviertel von Manchester. Alle großen Namen der britischen Finanzwelt sind hier vertreten. Hinter den modernen Glasfassaden geht die Angst um, vor allem bei jenen Firmen, die international im Geschäft sind. Es sei die "Furcht vor der Ungewissheit", sagt Lee Jenkins, der für die RBS-Bank in Manchester arbeitet. 

Fraser Morris von der Privatbank Brown Shipley beunruhigt vor allem die Frage, was mit den so genannten Passport-Rechten geschieht, die es Finanzfirmen mit Sitz in Großbritannien erlauben, ihre Dienste auf dem gesamten europäischen Binnenmarkt anzubieten. "Wenn wir das Passporting verlieren, hätte das vermutlich große Auswirkungen", sagt Morris. 

Am Mittwoch wird Austritt offiziell

"Wir sind ein bisschen nervös, was bei den Verhandlungen herauskommt." Am Mittwoch will Premierministerin Theresa May offiziell den Austritt ihres Landes aus der EU erklären. Wie der genau aussieht, wird anschließend verhandelt. Solange das Ergebnis dieser Verhandlungen unklar ist, seien Prognosen schwierig, sagt Keith Pilbeam, Wirtschaftsprofessor an der City-Universität in London. "Wenn sie gut laufen, sollten nicht allzu viele Jobs verloren gehen." Im schlechtesten Fall rechnet er mit dem Verlust von 240.000 Arbeitsplätzen, etwa jeder zehnte im Finanzsektor. 

Große Unsicherheit

Durch die Finanzkrise 2008 waren in der Branche bereits zehntausende Jobs weggefallen. "Wird es uns Arbeitsplätze kosten? Niemand weiß, was passieren wird", sagt auch Gary Campkin von der Lobbygruppe TheCityUK. "Die Firmen wollen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein und der Brexit ist dabei ein Thema, das sie bedenken müssen." Den Status Großbritanniens als ein Zentrum der internationalen Finanzwelt sieht er nicht in Gefahr. Campkin warnt indes davor, den Blick ausschließlich auf London zu richten.

Zum internationalen Finanzzentrum gehöre der Rest des Königreichs genauso, sagt er. Wichtige Finanzplätze neben London sind Birmingham, Bristol, Leeds, Liverpool, Sheffield, Edinburgh, Glasgow, Cardiff und Belfast in Nordirland. Mehrere große Banken wie zum Beispiel HSBC haben bereits laut darüber nachgedacht, Arbeitsplätze ins europäische Ausland zu verlagern. Das könnte möglicherweise schon vor dem Ende der auf zwei Jahre angesetzten Austrittsverhandlungen passieren.

AFP

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