+
Die Wirtschaftsbeziehung zwischen Deutschland und Großbritannien ist vom Brexit stark betroffen.

Studie des DIW zum EU-Austritt

Darum wird der Brexit Deutschlands Wirtschaft besonders treffen

  • schließen

München - Wachstumsrückgang, Verluste beim Bruttoinlandsprodukt, Exportrückgang: Der Ausstieg der Briten aus der EU wird die deutsche Wirtschaft stärker treffen, als es bei den anderen EU-Ländern der Fall sein wird. Das besagt eine neue Studie.

Deutschlands Wirtschaft wird vom Brexit stärker betroffen sein als die der übrigen EU-Länder. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das Blatt beruft sich in seinem Bericht auf eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die besagt, dass das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands - der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in der Bundesrepublik hergestellt werden - nach dem geplanten Ausstieg der Briten aus der EU um bis zu 0,4 Prozentpunkte sinken werde. 

Das DIW rechnet damit, dass die deutsche Wirtschaft durch ihre "große Offenheit und Abhängigkeit vom Handel stärker betroffen" sei. Für den gesamten Euro-Raum werde in den ersten acht Monaten seit dem Votum der Briten ein Rückgang von 0,2 Prozentpunkten erwartet, Deutschland erwische es demnach doppelt so hart. Und es wird dauern, bis sich das Bruttoinlandsprodukt erholt. Die Forscher des DIW prognostizieren, dass sich die Wirtschaft bis zu zwei Jahren benötigt, um sich zu erholen.

Wie nervös sind die Anleger?

Die Studie der drei DIW-Autoren Malte Rieth, Claus Michelsen und Michele Pfiffer beschäftigte sich mit dem Unsicherheitsschock, den die Brexit-Entscheidung im Juni ausgelöst hatte. Als Grundlage dienten die Volatilitätsindizes, also die messbare Schwankungsintensität des DAX und des Euro-Stoxx-50, das Listing der 50 größten börsennotierten Unternehmen Europas. Diese Indizes zeigen, vereinfacht gesagt, wie nervös die Anleger sind. Die Unsicherheit sei eng verknüpft mit Unternehmensinvestitionen: Schwanken die Kurse, wird weniger investiert. Darum geht das DIW davon aus, dass infolge des Brexit im gesamten Euroraum die Investitionen um 0,7 Prozentpunkte zurückgehen werden, in Deutschland sogar um ein Prozent. 

"Die deutsche Wirtschaft leidet unter der Unsicherheit stärker als der Euro-Raum insgesamt, da unser verarbeitendes Gewerbe sehr exportorientiert ist und die schwächere Nachfrage aus dem Vereinigten Königreich unmittelbar zu spüren bekommt", wird DIW-Forscher Malte Rieth von der Süddeutschen Zeitung zitiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

US-Notenbank: Weitere Zinserhöhung "ziemlich zeitig" möglich
Washington (dpa) - Die US-Notenbank Federal Reserve will offenbar an ihrer Politik der moderaten Zinserhöhungen auch unter der Präsidentschaft von Donald Trump …
US-Notenbank: Weitere Zinserhöhung "ziemlich zeitig" möglich
Paris: Beschäftigungszusagen bei Opel-Übernahme einhalten
Die Regierungen in Paris und Berlin waren von der geplanten Auto-Ehe von PSA und Opel überrascht. Nun pochen sie darauf, dass Abmachungen zur Beschäftigung weiter gelten.
Paris: Beschäftigungszusagen bei Opel-Übernahme einhalten
Erste Stahl-Tarifrunde ohne Ergebnis
Zum Auftakt der diesjährigen Stahl-Tarifrunde haben sich IG Metall und Arbeitgeber zunächst ohne Ergebnis getrennt. Die Verhandlungen sollen in knapp zwei Wochen …
Erste Stahl-Tarifrunde ohne Ergebnis
Opel-Verkauf an Peugeot schon Anfang März?
Paris - Der geplante Kauf des deutschen Autoherstellers Opel durch den französischen Konkurrenten PSA Peugeot Citroën soll einem Medienbericht zufolge bereits in der …
Opel-Verkauf an Peugeot schon Anfang März?

Kommentare