+
Catherine Man, Chefökonomin der OECD.

Die OECD ist besorgt

Folgen des Brexit: Eurozone wächst nur schleppend

Paris - Der Austritt Großbritanniens aus der EU hat offenbar seine Spuren hinterlassen. Die OECD zeigte sich am Mittwoch vor allem in Hinblick auf den aktuellen Wachstum in der Eurozone beunruhigt.

Die Eurozone wächst nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) langsamer als bisher erwartet. Einer der Gründe dafür seien die Folgen des angekündigten Austritts Großbritanniens aus der EU, berichtete die Organisation am Mittwoch in Paris. Für Deutschland ist die OECD aber für 2016 optimistischer.

Für das laufende Jahr nimmt die OECD für das gemeinsame Währungsgebiet mit 19 Ländern ein Wachstum von 1,5 Prozent an, das sind 0,1 Punkte weniger als im Juni vorhergesagt. Für das kommende Jahr erwarten die Pariser Experten, dass die Wirtschaft in der Eurozone nur um 1,4 Prozent zulegt, 0,3 Punkte weniger als bisher.

Eine beunruhigende Entwicklung

In Großbritannien dürfte das Wachstum 2017 nur noch 1 Prozent betragen, berichtete die OECD. Mit Blick auf den erwarteten Brexit schreibt die Organisation, negative Auswirkungen auf die Eurozone dürfte es vor allem im kommenden Jahr geben.

Die Briten hatte Ende Juni mehrheitlich für einen Austritt ihres Landes auf der EU votiert. Bisher ist aber konkret noch nichts geschehen, da noch nicht einmal Austrittsverhandlungen mit Brüssel begonnen haben.

Für Deutschland setzte die OECD die Prognose für das laufende Jahr um 0,2 Punkte auf 1,8 Prozent herauf. Für das kommende Jahr werden 1,5 Prozent erwartet, das sind 0,2 Punkte weniger als bisher.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Siemens-Stellenabbau geringer als geplant
Siemens hält in der Kraftwerksparte an seinem Sparkurs fort - nun im Einvernehmen mit der Gewerkschaft. Die IG Metall konnte durchsetzen, dass in Deutschland mehr …
Siemens-Stellenabbau geringer als geplant
EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus
Brüssel (dpa) - Zum Schutz vor künftigen Finanzkrisen sieht der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, weiter erheblichen Reformbedarf in Europa.
EZB-Chef sieht Preisauftrieb und löst Spekulationen aus
Geldwäsche: Deutsche Bank bekommt Bafin-Sonderaufpasser
Die Deutsche Bank bekommt von der Finanzaufsicht einen Sonderaufpasser verordnet. Er soll darüber wachen, dass Deutschlands größtes Geldhaus Geldwäsche ausreichend …
Geldwäsche: Deutsche Bank bekommt Bafin-Sonderaufpasser
CDU schließt Steuergeld zur Lösung der Dieselkrise nicht aus
Bald sollen Millionen Dieselbesitzer Klarheit bekommen. Regierung und Autoindustrie ringen aber noch um neue Maßnahmen gegen Fahrverbote wegen zu schmutziger Luft in …
CDU schließt Steuergeld zur Lösung der Dieselkrise nicht aus

Kommentare