GDL bricht Tarifverhandlungen mit Bahn ab

Frankfurt/Berlin - Die Lokführergewerkschaft GDL hat am Mittwoch überraschend die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn abgebrochen. Die Gründe dafür blieben zunächst unbekannt. Damit könnten wieder neue Streiks drohen.

Allerdings sprach die Gewerkschaft in einer kurzen Mitteilung zunächst nicht von einem Scheitern der Gespräche. Die GDL will am Donnerstag in einer Pressekonferenz über den Stand der Dinge und ihr weiteres Vorgehen informieren. Die Bahn nannte den Abbruch der Gespräche völlig unverständlich.

Zuletzt hatten beide Seiten darüber gesprochen, was in einem gemeinsamen Basis-Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Bahn geregelt wird und was die GDL in einem eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer aushandeln kann. Dieser sollte bis Ende Januar stehen und vor allem Regelungen zu Einkommen und Arbeitszeit enthalten. Die GDL forderte zuletzt Einkommenszuwächse von mindestens zehn Prozent.

Bahn-Konzernsprecher Oliver Schumacher sagte am Nachmittag in Berlin: "Noch heute Mittag liefen die Verhandlungen sowohl inhaltlich als auch atmosphärisch in einem vernünftigen Rahmen. Urplötzlich erklärte die GDL am frühen Nachmittag die Verhandlungen für beendet." Das sei "absolut nicht nachvollziehbar".

Am Mittwochabend sollte nach Angaben Schumachers ein Spitzentreffen der Vorsitzenden der drei Bahngewerkschaften GDL, Transnet und GDBA mit Bahnchef Hartmut Mehdorn stattfinden. Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell habe abgesagt. Warum er dies getan habe, sei der Bahn "schlichtweg schleierhaft". Schumacher forderte die GDL auf, "das bisher Erreichte nicht aufs Spiel zu setzen".

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