Briten kaufen deutsche Raststätten und wollen lange bleiben

- Frankfurt/Bonn - Die britische Investmentfirma Terra Firma hat den deutschen Autobahnraststätten-Betreiber Tank & Rast übernommen und stellt sich auf ein langfristiges Engagement ein. "Wir werden Tank & Rast sicher sehr viel länger als fünf Jahre in unserem Portfolio halten", sagte Deutschland-Geschäftsführer Georg Kulenkampff dem Fernsehsender n-tv.

<P>Terra Firma hatte Tank & Rast übernommen, das mit Pächtern rund 90 Prozent der deutschen Autobahn-Raststätten betreibt. Über den Übernahmepreis sei Stillschweigen vereinbart worden. In unterrichteten Kreisen wurde eine Kaufsumme von 1,035 Milliarden Euro genannt. Das Geschäft muss noch von den Kartellwächtern abgesegnet werden.<BR><BR>Personelle Veränderungen bei Tank & Rast soll es nicht geben. An der bisherigen Wachstums- und Investitionsstrategie werde Terra Firma festhalten. Konkrete Investitionssummen nannte Kulenkampff nicht. Tank & Rast hatte 440 Millionen Euro in den Ausbau seiner Standorte investiert.<BR><BR>Tank & Rast betreibt ein Netz von 338 Tankstellen (mit Tankshops) und 381 Raststätten (einschließlich 51 Hotels) im Rahmen eines Franchise-ähnlichen Systems. 2003 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 206 Millionen Euro, der im Wesentlichen aus Belieferungsentgelten von der Mineralölindustrie sowie Zahlungen der Pächter und aus einigen Eigenbetrieben stammt. Die Pächter machten 2003 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro. Bisherige Eigentümer waren die Lufthansa, Allianz Capital Partners und Apax Partners.<BR><BR>Ein Börsengang am Ende des Engagements bei Tank & Rast sei nicht auszuschließen, sagte Kulenkampff weiter. Mit dem Verkauf an Terra Firma waren auch die Vorbereitungen für einen möglichen Gang an die Börse abgeblasen worden. Zuvor war der ehemalige Bäckerei-Unternehmer Heiner Kamps aus dem Bieter-Wettstreit ausgestiegen.<BR>Terra Firma sehe sich weiter nach Investitionsmöglichkeiten in Deutschland um, sagte Kulenkampff. Dabei sei vor allem der Immobilienbereich im Blickfeld mit der Thyssen-Krupp Immobilien und der Eon-Tochter Viterra. "Wir sind im Immobilienbereich ein Global Player und daher ist es nur logisch, dass wir uns das anschauen." Konkrete Planungen für Angebote wollte er aber nicht bestätigen. Terra Firma war mit ihrer Tochterfirma Deutsche Annington 2001 über den Kauf von 64 000 Eisenbahnerwohnungen groß in den deutschen Immobilienmarkt eingestiegen.</P>

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