Wer stopft das Loch im EU-Haushalt?

Müssen die Steuerzahler den Brexit ausbaden?

Großbritannien will die EU verlassen - und damit der drittgrößte Nettozahler der Staatengemeinschaft. Müssen die übrigen europäischen Steuerzahler jetzt das Loch im EU-Haushalt stopfen?

Der angestrebte EU-Austritt Großbritanniens kommt die Steuerzahler anderer Mitgliedstaaten womöglich teuer zu stehen. Der Brexit werde "kostspielig für die Steuerzahler", erklärten die Präsidenten des europäischen und des deutschen Steuerzahlerbundes, Rolf von Hohenhau und Reiner Holznagel, am Freitag. Alle anderen EU-Mitgliedstaaten müssten nun ausgleichen, was Großbritannien als bislang drittgrößter Nettozahler beigetragen habe. Der britische Beitrag von rund fünf Milliarden Euro entspreche der Summe, die allein Griechenland pro Jahr aus dem EU-Haushalt erhalte.

"Wir Steuerzahler in Deutschland dürfen also mit Zusatzbelastungen rechnen", erklärte Holznagel. Zudem seien nach dem Brexit-Votum negative Folgen für die deutsche Konjunktur und damit für die Steuereinnahmen zu erwarten. Der EU-Austritt Großbritanniens werde also "in doppelter Hinsicht Spuren in den öffentlichen Kassen hinterlassen".

Der deutsche Steuerzahlerbund und sein europäischer Dachverband forderten die EU zu Reformen auf. "Europa hat jetzt die Chance, Lehren aus dem Brexit zu ziehen, sich neu zu definieren und zu reformieren, um das Vertrauen der Bürger und Steuerzahler zurückzugewinnen."

afp

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