Brochier-Prozess beginnt mit Geständnissen

Nürnberg - Mit umfangreichen Geständnissen der Angeklagten hat der Prozess um den Niedergang der traditionsreichen Nürnberger Baufirma Hans Brochier begonnen. Der frühere Inhaber Rhodri Phillips und ein mitangeklagter 47-jähriger Geschäftsführer bekannten sich der gemeinschaftlichen Untreue schuldig. Im Gegenzug stellte die Kammer Bewährungsstrafen für die britischen Kaufleute in Aussicht.

Der Staatsanwalt zeigte sich mit diesem Deal allerdings nicht einverstanden. Man müsse bedenken, dass auch Mitarbeiter und Gläubiger von den Angeklagten geschädigt worden seien.

Der 41-jährige Phillips hatte die Rohr- und Anlagenbaufirma Hans Brochier Anfang 2005 für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro von der Abfallgesellschaft Ruhr erworben. Doch anstatt das Unternehmen wie versprochen zu sanieren, soll er bereits wenige Tage später elf Millionen Euro aus dem Betriebsvermögen nach London verschoben haben. Das Geld soll Phillips  vornehmlich für geschäftliche Zwecke und seinen aufwendigen Lebensstil verbraucht haben. Er ist der Untreue in 22 Fällen angeklagt.

Die Nürnberger Firma mit rund 800 Mitarbeitern meldete im August 2006 erst auf Druck der Gewerkschaft Insolvenz an. Ihr Niedergang erregte beträchtliches Aufsehen. Die Gewerkschaft IG Bau warf den Geschäftsmännern vor, das Unternehmen in "Heuschrecken-Manier" ausgeplündert zu haben. Im Frühjahr 2007 wurden die beiden untergetauchten Kaufleute gefasst.

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